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© ORF/Roman Zach-Kiesling

TV-Direktorin Kathrin Zechner, eine der stolzen Mütter des Songcontest-Erfolgs.

Dinko Fejzuli 29.05.2015

„Ich bin einfach nur glücklich”

Erfolg 2.0 „Bereits jetzt schon lässt sich herauslesen, wie viel Stolz auf den ORF via Soziale Medien als Feedback an uns herangetragen wurde”

Kathrin Zechner boxte in 2014 Conchita Wurst als Österreichs ESC-Vertreterin durch – der Rest der Erfolgsstory ist bekannt.

Wien. Es war ihre Entscheidung, auch gegen so manche Widerstände – Conchita Wurst als Öster-reichs Vertreterin nach Kopenhagen zum ESC zu schicken, und letztendlich legte sie den maßgeblichen Grundstein zum ESC-Erfolg Österreichs. Heuer war Fernsehdirektorin Kathrin Zechner Mitglied im wichtigen ORF-ESC-Board.

Und auch sie bat medianet um eine erste ESC-Bilanz.


medianet:
Der ESC ist vorbei. Aus Sicht der für den künstlerischen Part verantwortlichen Fernseh-direktorin: Wie war´s?
Kathrin Zechner: Der Song Contest war ein unglaublicher Erfolg für das gesamte Team des ORF mit den Heads des ESC-Core-Teams, für die kreativen Künstler, die die Sendungen entworfen und umgesetzt haben, für alle jene, die diese unglaubliche Logistik und Organisation so hingebracht haben, dass jeder zufrieden war.

Der ORF und ganz Österreich können stolz sein, welch facettenreiches Bild unseres Landes wir vor rund 200 Mio. Zusehern weltweit präsentieren durften. Ich bin einfach glücklich, dass wir dieses riesige Event und diese unglaubliche Geschichte vom Brückenbauen, die wir erzählt haben, auf allen Ebenen erfolgreich durchgezogen haben.


medianet:
Vom Nachfolger Schweden gab es auch Lob und dort meinte man, dass die Benchmark nun sehr hoch liege?
Zechner: Wir haben aus vielen Ländern ein unglaubliches Feedback bekommen. Auch, dass es uns gelungen ist, Brücken in alle Altersschichten und Musikrichtungen zu bauen und damit eine Bandbreite zu präsentieren – zwischen Tradition und Moderne –, um damit ein Statement für dieses Land zu setzen.

medianet:
Und auf den ORF bezogen?
Zechner: Der ORF hat hier gezeigt, dass er nicht nur zum Beispiel im Sport oder im ‚Humanitarian Broadcasting' großartige Dinge leisten kann, sondern auch im musikalischen Unterhaltungsbereich eine hochwertige Visitenkarte abzugeben vermag, die nicht nur unterhält, sondern auch eine starke Grundhaltung transportiert.

medianet:
Lässt sich abschätzen, welche Innenwirkung der ESC für den ORF haben wird?
Zechner: Dieses Erlebnis des Zusammenhalts und des gemeinsamen Gestaltens, diese Verbindung zwischen Fernsehen und Online, zwischen Technik und TV, hat uns derartig zusammengeschweißt, dass dieser Spirit sicher nach innen weiterwirken wird.

medianet:
Und nach außen?
Zechner: Ich glaube absolut, dass der ESC dem ORF auch in der Außenwahrnehmung guttut. Bereits jetzt schon lässt sich herauslesen, wie viel Stolz auf den ORF via Soziale Medien als Feedback an uns herangetragen wurde – für das, was wir hier geleistet haben.

medianet:
Aber gerade über die Sozialen Medien gab es auch etwas Unmut, dass man den österreichischen Zusehern statt mehr Conchita eine Werbepause und einen News-Flash eingespielt hat.
Zechner: Das Gerüst der Sendung wird von der EBU vorgegeben, und beim Song Contest stehen immer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vordergrund. Der Inhalt des Song Contests ist der Wettstreit der heuer 40 antretenden Nationen. Die Moderatorinnen mussten daher auch souverän, aber dezent agieren. Daneben war trotzdem Conchita in einer Vielfalt zu sehen, wie kein Gewinner vor ihr. Wir haben sie moderierend, singend und sogar fliegend gesehen. Sie wusste, dass sie im Finale natürlich im Opening ein großer, tragender Teil ist und dass ihr zweiter Block, der ja weltweit zu sehen war, in Österreich in einem Werbebreak stattfindet. Die Song-Auftritte von Conchita Wurst waren im ORF sowohl in der Wiederholung des Finales in ORFeins als auch im Livestream zu sehen.

medianet:
Und wie fällt das ganz persönliche Resümee der Kathrin Zechner aus?
Zechner: Als kreative Fernsehdirektorin und Fernsehmacherin ist das sicher einer der glücklichsten Momente, die man sich vorstellen kann.

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