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Ehrung RMS-Geschäftsführer Joachim Feher ehrte gemeinsam mit den Gästen Doris Ragetté.

Redaktion 07.07.2023

Radio Research Day: Abschied & Höhepunkt

Der heurige RMS Radio Research Day war zugleich der letzte von Doris Ragetté – mit Ende 2023 geht sie in den wohlverdienten Ruhestand.

Beim diesjährigen Radio Research Day, der unter dem Motto „The Future is hear” stand, wurde vor allem das breit und sehr kontroversiell diskutierte Thema rund um Künstliche Intelligenz (KI) in den Mittelpunkt gestellt.

So griff Joachim Feher, Geschäftsführer der RMS Austria, in seiner Begrüßungsrede auch gleich dieses Thema auf: „ChatGPT hatte bereits zwei Monate nach Einführung eine Userbase von 100 Millionen und ist somit der iPhone-Moment der KI. Auch im Radiobereich hält KI Einzug; vor allem in der Nacht, wenn reale Moderatoren nicht finanzierbar sind, entsteht durch virtuelle Stimmen auch zu dieser Zeit richtiges Radiofeeling.”

KI und österreichisches Idiom

Feher wies weiters auf den Einsatz von Text to Speech bei vielen Privatsendern hin, die auf das österreichische Idiom trainiert werden. Dies ermöglicht unter anderem auch, dass noch kostengünstiger Audiospots produziert werden können.

Sascha Lobo, Autor, Blogger und Podcaster, begeisterte das Publikum mit seiner Keynote: „Wer fürchtet sich vor der Zukunft?” – um gleichzeitig festzustellen, dass KI als Weiterentwicklung der Digitalisierung zu verstehen ist und auch als Arbeitsinstrument definiert werden muss.

Visual Transfer-Studie

Doris Ragetté, Head of Research bei RMS Austria, präsentierte eine aktuelle Studie zu Visual Transfer. Die These von Visual Transfer ist, dass Bilder und Szenen von bereits gesehenen visuellen Spots durch den Einsatz von Audio aktiv aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Im Vorfeld, um überhaupt einen Visual Transfer zu erreichen, braucht es jedoch eine gute Kreation, hohe Reichweiten und einen optimalen Medienmix. Im Rahmen der im Juni diesen Jahres durchgeführten Studie konnte im Durchschnitt über neun verschiedene Soundfiles von TV-Spots bei 78% ein korrekter Visual Transfer-Effekt festgestellt werden. Das bedeutet: Audio toppt die Reichweiten von Fernsehen – vor allem in jüngeren Zielgruppen. Audio verstärkt die Marken-Verankerung und erhöht damit die Mental Availability. Und: Mit Audio kann besonders kostengünstig eine Kampagne verlängert werden, so die Zusammenfassung von Ragetté.

Audiophile Reise

Fabian Frese, Chief Creative Officer bei Accenture Song, erinnerte daran, dass gerade Radio und Radiospots mehr als andere Medien die Fantasie beflügeln.

Um Bilder im Kopf der Hörerinnen und Hörer entstehen zu lassen, stehen Geräusche, Musik und die Stimme zur Verfügung. Und mit diesen kraftvollen und mächtigen „Instrumenten” kann eine Geschichte erzählt, kann Kopfkino erzeugt werden. Anhand vieler gelungener Beispiele bewies Frese, dass Radiospots nicht marktschreierisch klingen müssen, um Wirkung zu erzeugen.

Ungebrochenes Interesse

„Zu einem hochaktuellen Thema den besten Keynoter, Sascha Lobo, heute auf der Bühne zu erleben, der uns begeistert hat mit einer aktuellen Studie zur Visualisierungskraft von Audio und dem Beweis, dass Audio Kopfkino entfacht, mit einem der kreativsten Texter Deutschlands, Fabian Frese, der uns mit ganz vielen gelungenen Audiospots Geschichten erzählt hat, und mit dem großartig unterhaltsamen Kabarettisten-Duo Flo & Wisch konnten wir unseren Gästen wieder ein breites Spektrum an Themen bieten”, fasst Doris Ragetté, Organisatorin des Radio Research Day, diese Veranstaltung zusammen.

Und sie ergänzt: „Heuer war es mein letzter Radio Research Day, den ich organisieren durfte, und ich freue mich sehr, dass auch im 23. Radio Research Day-Jahr das Interesse an dieser Veranstaltung ungebrochen ist.” (red)

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