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Prost, prostDie Bier Guide-Herausgeber Germanos Athanasiadis (l.) und Conrad Seidl (m.) mit Christoph Schmidt-Martensson, dem Entwickler der neuen „Bier Guide”-App.

Redaktion 05.05.2023

„Die Bierszene ist in ständiger Bewegung”

Conrad Seidl präsentiert im neuen Bier Guide die heimische Bierkultur – in Form von 1.100 empfehlenswerten Lokalen.

••• Von Paul Hafner

Wenn im Prater wieder die Bäume blühen, ist das ein sicheres Zeichen, dass auch der nächste Bier Guide nicht mehr fern ist. In der Tat wurde dessen 24. Ausgabe auch wieder in nächster Nähe zu diesem präsentiert: Nachdem Herausgeber Conrad Seidl im Vorjahr seine Enzyklopädie herausragenden heimischen Bieres im Lokal „Der Garten” auf der Spenadlwiese präsentierte, lud er diesmal zur Vorstellung der Neuauflage in den nahegelegenen „Praterwirt” .

„Die vergangenen drei Jahre haben massive Veränderungen auch in der österreichischen Bierlandschaft gebracht – und es waren überwiegend Veränderungen zum Besseren”, bilanziert der Bierpapst nach oder besser immer noch inmitten einer turbulenten Zeit. Noch nie habe es „so viele neue Biere in so hoher Qualität, nie so viele engagierte Wirte und nie so gute Angebote, sich Brauereien anzuschauen und sich selbst am Sudkessel zu versuchen”, gegeben – und der Bier Guide 2023 legt Bericht davon ab.

Wo die Braukunst zu Hause ist

Exakt 50 Lokale, die „weltweit zu den besten Adressen für gutes Bier gezählt werden können”, listet der neue Bier Guide auf – und das sei nur die Spitze der Bierkultur, die in allen neun Bundesländern durch die Bank gut aufgestellt sei.

„Diese Bierszene ist in ständiger Bewegung – und zwar in eine insgesamt sehr positive Richtung. Das hat auch damit zu tun, dass die Gäste heute viel mehr Verständnis für Bierkultur haben als noch zu Beginn des Jahrhunderts”, streicht Seidl hervor. Dennoch bleibe es eine ständige Aufgabe, auf Bierpflege zu drängen und dem Gastronomiepersonal auf die Finger zu schauen: „Nach der Pandemie gibt es in vielen Betrieben neues Personal – und da sind noch nicht alle mit den Regeln der Zapfkunst vertraut. Vielfach gibt es auch Schulungsbedarf, was die Pflege der Bierleitungen und Zapfanlagen betrifft.” Der Guide will hier ein Problembewusstsein schaffen – und gleichzeitig jene Betriebe auszeichnen, die in besonderer Weise als Aushängeschilder der Bierkultur gelten können.
Neben den Lokalen findet sich im Bier Guide auch wieder eine Innovationsschau – besonders angesagt sind aktuell Sauer- und Rotbiere; auch ein Grape-Ale hat es in die Liste geschafft.

1.1000 Lokale an der Zahl

Ein schlechtes Bierlokal findet sich in dem Bier-„Reiseführer” naturgemäß nicht: Alle rd. 1.100 Lokale seien empfehlenswert, „aber die Einstufung reflektiert, was man zu erwarten hat: Die gut 300 Lokale mit drei Krügeln sind gute Repräsentanten einer spezifischen Bierkultur, die 115 Lokale mit vier Krügeln stehen für eine österreichweite Bedeutung, und die 50 Lokale mit fünf Krügeln können eine internationale Bedeutung für sich beanspruchen”, so Seidl. Das heißt auch: „Ein mit drei Krügeln ausgezeichneter Betrieb ist nicht schlechter als einer mit fünf Krügeln – er steht aber für eine andere Bierkultur.”

Alle Lokaltipps des Bier Guide sind auch online unter www.bier-guide.net abrufbar, dazu gibt es eine eigene App (für iOS und Android). (red

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