RETAIL
Kriminalität im Handel nimmt zu
© Handelsverband

Redaktion 31.01.2025

Kriminalität im Handel nimmt zu

500 Mio. Euro Schaden durch Ladendiebstähle pro Jahr; Zahl der Delikte steigt, Cyberkriminalität wird relevanter.

WIEN. Die neue Sicherheitsstudie von Handelsverband, Innenministerium, Bundeskriminalamt und Kriminalprävention weist alarmierende Zahlen auf: 86% der österreichischen Händler haben demnach bereits Erfahrungen mit Kriminalität im Geschäft gemacht, davon 42% mehrfach. Der jährliche Schaden durch Ladendiebstähle beläuft sich hierzulande auf über 500 Mio. €, was mehr als 0,6% des Gesamtumsatzes des Einzelhandels ausmacht.

Chancen bringen Risiken

Neben Sicherheitsrisiken im stationären Handel sind gemäß Studie im letzten Jahrzehnt auch zahlreiche neue Gefahren hinzugekommen, die mit dem Aufstieg des Onlinehandels einhergehen. Cyberkriminalität stellt laut Studie weiterhin eine ernsthafte Bedrohung dar – insbesondere für größere Unternehmen. Auch der Bestellbetrug verzeichnet seit Jahren enorme Zuwachsraten.

„Digitalisierung und Künstliche Intelligenz eröffnen für österreichische Händler große Chancen, neue Märkte zu erschließen. Gleichzeitig steigt jedoch das Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden. Hinzu kommen weitere Bedrohungen wie Phishing, Schadsoftware und digitale Erpressung. Das Bundesministerium für Inneres setzt daher seine Anstrengungen konsequent fort, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken”, erklärt Innenminister Gerhard Karner.
HV-Geschäftsführer Rainer Will ortet ob der Studienergebnisse Handlungsbedarf: „Konsum ist Psychologie. Daher müssen wir ein sicheres Einkaufserlebnis erhalten und auch die Betriebe müssen aufrüsten.” 2024 sei die Zahl der Delikte im stationären Handel ebenso wie im E-Commerce „deutlich nach oben geklettert”. Mehr als vier Fünftel aller österreichischen Geschäfte waren bereits von Kriminalität betroffen, im Onlinehandel wurden 64% der heimischen Webshops durch Cybercrime und Bestellbetrug geschädigt. „Daher sind Investitionen in die Sicherheit nie teuer. Teuer wird es nur, wenn man nichts investiert”, folgert Will.

Facetten der Kriminalität

Die Liste der häufigsten Vergehen auf der Fläche wird angeführt vom Ladendiebstahl, 91% der Händler mussten bereits unfreiwillige Erfahrungen damit machen. Aber auch die Bezahlung mit Falschgeld ist weit verbreitet (45%), ebenso wie klassische Einbrüche (42%).

In Sachen Cybercrime klagen Händler am häufigsten über Phishing (63%), Malware-Angriffe (56%) und Botnetze (23%) sowie Cyber-Erpressung durch Hacker (21%). (red)

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL