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Der Kick-off für eine grüne Transformation © Martina Berger
© Martina Berger

Redaktion 11.11.2022

Der Kick-off für eine grüne Transformation

Harald Breit, Deloitte Österreich, erläutert gemeinsam mit Alexis Eremia, Impact Hub, das Start-up-Programm „Grow”.

••• Von Alexander Haide

Der Topf ist gefüllt: Auf die zwei Gewinner der zweiten Auflage der Start-up-Initiative „Grow” von Deloitte Österreich und Impact Hub warten insgesamt 15.000 € Preisgeld und 100 Pro-bono-Beratungsstunden von Deloitte. Grow ist eines der Kernprojekte des Deloitte Future Funds, mit dem das Beratungsunternehmen seit einigen Jahren einen nachhaltigen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Österreich und die Gesellschaft leistet.

Das Projekt stellt junge Unternehmen in den Mittelpunkt, die ihre Ideen für eine nachhaltigere Zukunft umsetzen und weiterentwickeln wollen. Dazu werden einmal pro Jahr sechs Start-ups ausgewählt, die in einem mehrmonatigen Acceleration-Programm von Experten von Deloitte und Impact Hub in Workshops bei der Weiterentwicklung ihrer Ideen betreut werden. Harald Breit, CEO von Deloitte Österreich, und Alexis Eremia, Gründerin und Geschäftsführerin von Impact Hub in Wien, berichten über das gemeinsame Projekt.


medianet:
Worum handelt es sich bei der Initiative ‚Grow' von Deloitte?
Harald Breit: Im Rahmen des weltweiten Nachhaltigkeits- und Corporate Responsibility-Programms von Deloitte setzen wir zwei Themenschwerpunkte: ‚World Class' und ‚World Climate'. Bei World Class geht es darum, benachteiligten jungen Menschen Bildungschancen zu vermitteln, und bei World Climate liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit. Hierzulande leisten wir mit dem Deloitte Future Fund seit einigen Jahren einen nachhaltigen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Österreich und die Gesellschaft.

Grow ist eines der aktuellen Kernprojekte des Deloitte Future Funds, das nach einem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr nun in eine neue Runde geht. Mit diesem Projekt werden Start-ups unterstützt, die sich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Gemeinsam mit dem Impact Hub supporten wir diese Social Businesses – einerseits mit finanziellen Mitteln, andererseits mit unserer Expertise in den verschiedensten Bereichen. Das reicht von der Erstellung eines Business-Plans, der Gestaltung der Rechtsform bis hin zur steuerlichen Beratung und noch vielem mehr.


medianet:
Steckt hinter Grow eine rein philanthropische Idee oder auch Selbstzweck?
Breit: Unser Hauptmotiv ist es, Menschen zu helfen. Aber auch Employer Branding spielt eine Rolle. Unsere jüngeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Millennials und die Generation Y, achten genau darauf, ob ein Unternehmen nur sich selbst verpflichtet ist, oder ob es Werte verkörpert, die darüber hinaus gehen. Bei unserem Programm stellen wir innerhalb von fünf Jahren auch 10.000 Pro-bono-Beratungsstunden zur Verfügung. Um diese abzuleisten, melden sich immer sehr viele unserer Kollegen. Heuer war das Interesse überhaupt so groß wie noch nie.

medianet:
Welche Rolle spielt dabei der Impact Hub, eine weltweite Unterstützungsplattform für Start-ups, die neben Büroräumlichkeiten in Wien-Neubau und Community-Angeboten auch Coachings anbietet?
Alexis Eremia: Unser Ziel ist es, Unternehmen, die einen positiven Effekt auf die Gesellschaft ausüben, zu unterstützen. Das nennen wir Acceleration – also Beschleunigung –, da wir das Tempo und die Qualität ihrer Entwicklung positiv beeinflussen können. Start-ups kommen mit einer Idee oder auch in einer späteren Phase zu uns, und wir unterstützen sie für einen bestimmten Zeitraum. Damit können Produkte schneller auf den Markt gebracht werden, das Unternehmen kann sich rascher etablieren, entwickeln und vergrößern. Das geschieht in Coaching-Sessions, in denen wir jene Gebiete ausloten, in denen wir einen Support anbieten können.

Zusätzlich bringen wir Unternehmer mit Experten zusammen, die bei Grow sowohl aus unserem Pool stammen als auch aus jenem von Deloitte. Die sechs Start-ups, die jedes Jahr für Grow ausgewählt werden, begleiten wir fünf Monate lang, die Sieger auch wesentlich länger. Es gibt für das jeweilige Start-up relevante Workshops, und wir stellen Kontakte zu weiteren Unternehmen, Investoren sowie anderen Playern her. Für uns sind Entrepreneure das Herzstück bei der Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle und bei der Transformation unserer Wirtschaft.


medianet:
Was wurde aus den Grow-Siegern des Vorjahres?
Breit: Im Vorjahr gab es zwei Sieger – Plantika beschäftigt sich damit, wie man Städte in Zeiten der Klimaerwärmung grüner machen kann. Die Idee ist, standardisierte Formen der Dächerbegrünung in Aluminiumbehältern zu entwickeln. Das Start-up ist auf einem guten Weg und setzt gemeinsam mit unseren Experten derzeit die nächsten Schritte in der Geschäftsentwicklung.

Das Start-up Reeduce wiederum konstruiert Lärmschutzwände, etwa für Autobahnen, aus natürlichen Ausgangsmaterialien wie Lehm und Schilf. Die Marktzulassung ist beantragt, und das Unternehmen beschäftigt mittlerweile sechs Mitarbeiter.


medianet:
Sie haben das Projekt Grow exakt zum Beginn der Coronapandemie gestartet; seither reiht sich eine Krise an die andere. War der Zeitpunkt nicht ungünstig gewählt?
Breit: Das Thema der Transformation hin zur Klimaneutralität ist ohne Zweifel derzeit ein wenig in den Hintergrund gerückt, aber es ist wesentlich für unsere Zukunft. Mittel- und längerfristig sind Innovationen essenziell, damit unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt. Kurzfristig ist es etwas schwieriger, denn der wirtschaftliche Abschwung und die Inflation treffen junge Unternehmerinnen und Unternehmer genauso wie alle anderen, ebenso die Anhebung des Zinsniveaus bei Finanzierungen. Investoren sind in diesen Tagen vorsichtiger geworden.

medianet:
Wie geht es in den kommenden Monaten weiter?
Eremia: Wir befinden uns gerade in der Bewertungsphase jener sechs Start-ups, die für die Acceleration-Phase in den nächsten fünf Monaten ausgewählt werden. Entlang dieser Phase wird später nochmals analysiert, wie groß der Fortschritt der Unternehmen durch unser Coaching ist. Uns geht es vor allem um das Wirkungspotenzial, die Sichtbarkeit, ihre Innovationen und das Marktpotenzial der Unternehmen. Eine Expertenjury entscheidet dann schlussendlich über die Gewinner. Wir sind schon gespannt, wer uns dieses Mal mit kreativen Geschäftsideen überzeugen wird.

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