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Der Nachwuchs ist nicht zu beneiden
Redaktion 05.04.2019

Der Nachwuchs ist nicht zu beneiden

Heute scheint die Wahl des richtigen Jobs – so es ihn überhaupt gibt – schwerer als jemals zuvor.

Editorial ••• Von Britta Biron

 

BERUFSWAHL. Die erste Hürde, die Präsentation der Vorwissenschaftlichen Arbeit, haben die Maturanten gerade hinter sich und sehen – mehr oder weniger optimistisch – den kommenden mündlichen und schriftlichen Prüfungen entgegen bzw. versuchen noch in letzter Sekunde – die Nachhilfeinstitute haben derzeit wieder Hochkonjunktur –, die eine oder andere Wissenslücke zu füllen.

In all dem Prüfungsstress machen sich die Youngster aber auch Gedanken darüber, wohin’s nach der Matura gehen soll. Uni oder direkt in die Arbeitswelt? Wenn Hochschule, dann welches Fach? Falls Job, welcher und in welcher Branche? Soll man sich nach den persönlichen Neigungen und Interessen richten, lieber die finanziellen Aspekte und Aufstiegschancen bei der Wahl berücksichtigen, mehr Wert darauf legen, dass sich später Job und Familie vereinbaren lassen oder versuchen, alles unter einen Hut zu bekommen?

Spannende Zukunft

Erschwert wird die Entscheidung der Berufswahl noch dadurch, dass Prognosen zur Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts auch nur bedingt für mehr Klarheit sorgen. Berufe, die heute stark nachgefragt und Ausbildungen, denen beste Karrieremöglichkeiten attestiert werden, können in ein paar Jahren schon wieder out, dafür dann aber völlig neue Berufsfelder entstanden sein, die man heute noch gar nicht am Radar hat.

Wohin sich Arbeitswelt entwickeln wird, bleibt mit Sicherheit ein spannendes Thema
Der beste Tipp, den man seinem Nachwuchs, so er ihn überhaupt hören will, geben kann, ist daher: Stell dich darauf ein, dass das Lernen nicht mit der Schule oder Uni endet, sondern auch im Job immer weitergeht.
Neben einer guten Ausbildung und der Bereitschaft, sich laufend weiterzubilden, gibt es aber auch noch andere Faktoren, die beeinflussen, ob man seinen Traumjob bekommt. Dass man wegen seines Geschlechts oder seiner Nationalität mit Diskriminierung rechnen muss, ist traurig, aber leider immer noch wahr. Wie eine aktuelle Untersuchung aus den Niederlanden zeigt, kommt’s auch sehr stark auf das Aussehen an: Von 300 Bewerbungen, die inhaltlich praktisch ident waren, kam auf 17% jener mit Fotos einer attraktiven Person eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch, bei weniger gut aussehenden Kadidaten lag die Quote dagegen bei mageren drei Prozent; männliche und weibliche Personalvermittler bevorzugen dabei Kandidaten des jeweils anderen Geschlechts.
Wirklich überraschend ist das Ergebnis nicht. In manchen Bereichen stecken wir Menschen halt immer noch in der Steinzeit. Daran wird die ganze Digitalisierung wohl auch nichts ändern.

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