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Gute Entwicklung, Aufgaben bleiben © PantherMedia / Yuri Arcurs
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Redaktion 17.06.2022

Gute Entwicklung, Aufgaben bleiben

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich positiv, es gibt genug offene Stellen. Was braucht es, um diese zu besetzen?

••• Von Georg Sander

WIEN. „Der österreichische Arbeitsmarkt zeigt sich praktisch unbeeindruckt von den aufgrund des Krieges, der hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie der Störungen der Lieferketten deutlich nach unten revidierten Konjunkturprognosen”, erklärt AMS-Vorstand Johannes Kopf in einer aktuellen Aussendung. Im Gegenteil, nicht nur die niedrigste Arbeitslosenquote seit 14 Jahren erfreue ihn, auch der Umstand, dass im Juni erstmals seit Langem wieder weniger als 300.000 Arbeitssuchende verkündet werden könnten: „Aufgabe erledigt also? Nein.”

Vor allem in der Lebensmittelindustrie werden Arbeitskräfte gesucht. Das fällt auch im Straßenbild auf. Kaum ein Lebensmitteleinzelhändler sucht nicht nach Personal. Insgesamt sind im Mai 2022 laut AMS 311.543 Personen als arbeitslos gemeldet oder in Schulungen, 163.007 davon sind Männer. Das sind übrigens mehr als 80.000 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Viele offene Stellen

Diese rund 300.000 arbeitslose Menschen bzw. Schulungsteilnehmende treffen im Mai auf absolut 138.134 offene Stellen, die sofort verfügbar wären; es sind rund 40.000 mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen noch knapp 10.000 sofort verfügbare Lehrstellen. Die Lebensmittelindus­trie selbst ist laut Eigenangaben mit mehr als 200 Lebensmittelherstellern an rund 300 Produktionsstandorten für rund 27.000 Menschen Arbeitgeber, weitere 56.000 sind indirekt in dem Bereich beschäftigt. Auch dort werden Arbeitskräfte gesucht. In der Theorie müsste jede offene Stelle auch sofort besetzt werden.

Arbeitende wollen mehr

Was es braucht, das hat PwC jüngst in einer Studie veröffentlicht. So sind allgemein etwa höhere Gehälter den Arbeitenden wichtig, jene aus der Gen Z sind weniger zufrieden mit ihrem Job und machen sich doppelt so häufig Sorgen, in Zukunft durch Technologie ersetzt zu werden als Babyboomer. Daten zeigen, dass Personen mit gefragten Qualifikationen eher mit ihrem Job zufrieden sind als jene mit weniger gefragten Fähigkeiten.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, investieren Unternehmen in die aktuelle Belegschaft, indem sie in Fortbildung und höhere Löhne investieren – jene Faktoren, die sie am effektivsten abwickeln können. „In einem hart umkämpften Arbeitsmarkt ist es umso wichtiger, dass Unternehmen einen menschengeführten, technologiegetriebenen Ansatz wählen”, erklärt dazu Nicole Prieller, New World New Skills Leader bei PwC Österreich. „Der Fokus sollte dabei auf die Stärkung der Fähigkeiten von qualifizierten Arbeitnehmern, dem Bereitstellen von Zugangsmöglichkeiten für jene, denen es an Qualifikationen mangelt, und der Automatisierung liegen, die Menschen entlastet.

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