CAREER NETWORK
Land der Steuern © APA/Roland Schlager

Die Steuerbelastung österreichischer Arbeitnehmer ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch – und sie steigt weiter.

© APA/Roland Schlager

Die Steuerbelastung österreichischer Arbeitnehmer ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch – und sie steigt weiter.

Redaktion 21.05.2021

Land der Steuern

Laut aktuellen Daten der OECD liegt Österreich auf dem unrühmlichen Platz 3 bei der Belastung des Faktors Arbeit.

WIEN. Österreich hat im Vorjahr Italien überholt und nun die dritthöchsten Abgaben auf Arbeitseinkommen unter den 37 OECD-Staaten. Bei einem Durchschnittsverdiener ohne Kinder machen Lohnsteuer und Sozialabgaben 47,3% der Lohnkosten aus. Die Senkung des Eingangssteuersatzes war für Durchschnittsverdiener nur minimal spürbar. Nur in zwei OECD-Ländern – Belgien und Deutschland – ist die Belastung des Faktors Arbeit höher als in Österreich.

Irland: 9.372 € Nettoplus/Jahr

Der Thinktank Agenda Austria hat mit den Daten der OECD berechnet, in welchen Ländern einem österreichischen Durchschnittsverdiener mehr netto bleiben würde. Unter der Annahme, dass die Arbeitsleistung eines österreichischen Arbeitnehmers so stark belastet wäre wie beispielsweise jene eines Iren, dürfte er sich über 781 € netto mehr freuen – pro Monat. Oder 9.372 € im Jahr. Käme dagegen das deutsche Steuersystem bei uns zur Anwendung, hätte ein österreichischer Durchschnittsverdiener monatlich rund 90 € weniger am Konto.

Selbst in traditionellen Wohlfahrtsstaaten ist die Abgabenbelastung auf Arbeit spürbar geringer. So hätte der österreichische Durchschnittsverdiener in Schweden über 240 € und in Dänemark sogar 630 € mehr pro Monat zur Verfügung. „Es zeigt sich, dass die vorgezogene Senkung der ersten Steuerstufe zwar erfreulich war, aber die Steuerbelastung im Vergleich zu anderen Ländern noch immer viel zu hoch ist”, so Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera. (sb)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL