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Nicht nur Liebe geht durch den Magen © Philipp Zeppelzauer

Christoph Monschein

© Philipp Zeppelzauer

Christoph Monschein

Redaktion 21.05.2021

Nicht nur Liebe geht durch den Magen

Christoph Monschein, General Manager Edenred Österreich, über kulinarische Mitarbeitermotivation.

••• Von Britta Biron

Vor knapp zwei Monaten hat Christoph Monschein die Leitung von Edenred Österreich übernommen. medianet hat ihn zum „Tischgespräch” gebeten.

medianet: Welche Auswirkungen hatten die Lockdowns und Einschränkungen in der Gastronomie auf das Geschäft von Edenred in Österreich?
Christoph Monschein: Generell gibt es eine positive Nachfrage-Entwicklung für unsere Produkte. Zum einen ist dies auf die veränderten und noch einmal begünstigten steuerlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen. Zum anderen aber auch auf die Tatsache, dass vielen Unternehmen bewusst wird, dass sie gezielte Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und -motivation setzen müssen. Viele Unternehmen suchen außerdem Alternativen zu Kantinen, die aufgrund der Bestimmungen schließen mussten. Während manche Unternehmen temporär zu steuerfreien Sozialleistungen wie unseren Ticket Restaurant-Karten wechselten, konnten wir einige Unternehmen von unseren digitalen Lösungen so überzeugen, dass sie diese ihren Mitarbeitern nun dauerhaft als Alternative zur Kantine anbieten. Die Gutscheine können damit sowohl in der Kantine als auch bei unseren ca. 20.000 Partnern in ganz Öster­reich eingelöst werden.

medianet:
Die seit Ausbruch der Pandemie angespannte Lage am Arbeitsmarkt wirkt sich also nicht negativ aus?.
Monschein: Die Situation am Arbeitsmarkt hat nur in Extremsituationen eine direkte Auswirkung auf unsere Produkte wie den steuerfreien Mittagszuschuss ‚Ticket Restaurant'. Vielmehr suchen viele Unternehmen in Zeiten von Unsicherheit am Arbeitsmarkt nach Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern Vertrauen und auch nachhaltige Unterstützung zu signalisieren. Hier bieten unsere Produkte einen Mehrwert. Eine Erhöhung der Sozialleistungen, wie sie 2020 stattgefunden hat, wird in wirtschaftlich unsicheren Zeiten eher zeitverzögert umgesetzt. Sprich, nicht jedes Unternehmen schöpft diese Möglichkeit des zusätzlichen steuerlichen Vorteils unbedingt sofort aus. Dieses Investment erwarten wir mit einem Wiederaufschwung der Wirtschaft.

medianet:
Welche Rolle wird Ihrer Meinung nach die vermehrte Nutzung von Home­office in Österreich spielen?
Monschein: Es hat sich gezeigt, dass viele Arbeitnehmer im Homeoffice keine geregelten Pausen machen. Ein steuerfreier Zuschuss zum Mittagessen kann hier eine willkommene Unterstützung sein, um neben der Heimarbeit und etwaigem Homeschooling in der kurzen Mittagspause nicht auch noch selbst kochen zu müssen. Die Mitarbeiterbindung und -motivation stellt im Homeoffice eine besondere Herausforderung dar. Wir können Arbeitgeber dabei unterstützen, ihren Mitarbeitern zu zeigen, dass auf sie nicht vergessen wird, nur weil sie physisch nicht im Büro sind und von zu Hause aus arbeiten. Wir bauen unser Angebot dahingehend aus, dass es optimal auch im Homeoffice genutzt wird. Daher haben wir einen großen Fokus auf die verstärkte Zusammenarbeit mit Restaurants mit Take-away- und Liefer-Angebot gelegt. Zusätzlich bedarf es in diesem Bereich noch mehr Rechtssicherheit, denn die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen sehen die Einlösung von steuerfreien Mittagszuschüssen im Homeoffice für Take-away und Delivery als Ausnahme nur noch bis Ende 2021 vor. Es wäre wünschenswert, diese Regelung künftig als Standard zu implementieren.

medianet:
Was steht kurz- und mittelfristig am Plan?

Monschein: Unser Ziel ist es, nachhaltige Verbindungen zwischen Arbeitnehmern, Arbeitgebern und unseren Partnern zu schaffen und gezielt Mitarbeiterbindung und -motivation zu fördern. Dafür braucht es eine fortschreitende Digitalisierung unserer Produkte, also vom Papier hin zu digitalen Lösungen. Auch die Prozesse wollen wir verstärkt digitalisieren, um den Kunden eine bestmögliche User-Experience zu verschaffen und einen zusätzlichen Mehrwert für unsere Partner zu erzielen. Ein weiteres, großes Ziel ist es, das Thema der steuerfreien Sozialleistungen bekannter zu machen. Außerhalb der Ballungszentren ist häufig noch wenig Bewusstsein für die Bedeutung sowie auch die Möglichkeiten solcher Maßnahmen vorhanden. Einer Umfrage unter 1.000 Unternehmern Ende 2020 zufolge sind diese Sozialleistungen, insbesondere im Bereich Mittagessen, bei etwa der Hälfte der Befragten nicht oder nicht ausreichend bekannt. Hier liegt also noch sehr viel Potenzial.

Edenred bietet zweckgebundene Bezahllösungen für Mahlzeiten, Mobilität, Incentives und Payment Solutions für Unternehmen. www.edenred.at

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