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Routine war einmal © FH OÖ

Susanne Leitner-Hanetseder: „Geht nicht mehr ohne IT-Kompetenz, auf die in 92% der Ausschreibungen hingewiesen wird.”

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Susanne Leitner-Hanetseder: „Geht nicht mehr ohne IT-Kompetenz, auf die in 92% der Ausschreibungen hingewiesen wird.”

Redaktion 30.10.2020

Routine war einmal

Langzeitstudie der FH OÖ: Buchhalter brauchen mehr und teilweise ganz neue Kompetenzen.

STEYR. Die konkreten Aufgaben von Buchhaltern ändern sich – und damit auch die Anforderungen an den Berufsstand, so das Fazit einer Studie des Studiengangs „Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement” an der Fachhochschule OÖ. Susanne Leitner-Hanetseder, Professorin an der FH OÖ: „Am häufigsten wird nach Bewerbern mit kaufmännischer Ausbildung, Matura sowie einer abgeschlossenen Buchhalterprüfung als Zusatzqualifikation gesucht.”

Es geht aber auch nicht mehr ohne IT-Kompetenz, auf die in 92% der Ausschreibungen explizit hingewiesen wird. Gefragt sind insbesondere der geübte Umgang mit gängigen Office-Anwendungen (Excel) sowie dem im Unternehmen eingesetzten ERP-System. Am häufigsten genannt werden hier seit mehreren Jahren die Produkte von BMD und SAP.
In der aktuellen Studie zeigte sich zudem ein Trend in Richtung zusätzlich gewünschter Programmier- und Datenbankkenntnisse. Leitner-Hanetseder: „Der Alltag von Buchhaltern war über viele Jahre geprägt von wiederkehrenden Routinetätigkeiten und Stapeln von Belegen, die es zu verarbeiten galt. Mit der Weiterentwicklung von ERP-Systemen und dem Einsatz von sogenannten Software Robotern (‚Bots') können derartige Tätigkeiten mittlerweile stark automatisiert werden.”
Ausgangsrechnungen werden über eine Schnittstelle aus dem Fakturierungssystem übernommen, Eingangsrechnungen über QR-Codes oder OCR-Erkennung eingelesen und Bankauszüge über die eingegebene Zahlungsreferenz automatisch dem jeweiligen Kunden- oder Lieferantenkonto zugeordnet.

Automatisierung nimmt zu

Auffallend im Mehrjahresvergleich sei, dass die früher übliche Aufteilung der laufenden Buchhaltung, etwa in Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, zunehmend wegfällt.

Im Sinne eines Job Enrichments erhalten Mitarbeiter in der Buchhaltung heute ein umfangreicheres Aufgabenspektrum, das zunehmend auch die Mitarbeit beim Monats- und Jahresabschluss sowie die Erstellung von internen Auswertungen, etc. umfasst. Dies deutet auf bereits durchgeführte Automatisierungen im Bereich der laufenden Buchhaltung sowie des Zahlungsverkehrs hin. (red)

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