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Sport-Studium © APA/Krugfoto

Als Untersuchungsobjekt für die Vor- und Nachteile der Diversität verwendeten die Forscher das Fußballspiel.

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Als Untersuchungsobjekt für die Vor- und Nachteile der Diversität verwendeten die Forscher das Fußballspiel.

Redaktion 17.04.2020

Sport-Studium

Aktuelles WU-Forschungsprojekt untersucht am Beispiel des Fußballs die Vor- und Nachteile von Diversität.

••• Von Britta Biron

WIEN. Bringt Diversität mehr Kreativität, mehr Innovation und bessere Lösungen oder erhöht sie die Konflikte innerhalb des Teams, erschwert die Kommunikation und verzögert Entscheidungsprozesse? Studien, die sowohl die Vor- als auch Nachteile gemischter Teams belegen, gibt es viele. Jonas Puck, wissenschaftlicher Leiter des Professional MBA Energy Management und Professor für International Business der WU, ist der Sache in einem Forschungsprojekt auf den Grund gegangen.

Erstes Zwischenergebnis

„Im Fußball können wir jedes Spiel, jedes Verhalten im Match und jede strategische Entscheidung direkt beobachten und mit Daten zu Spielern und Spielständen aus Datenbanken abgleichen. Daraus lassen sich auch gezielt Schlüsse für das Management von Teams in Unternehmen ableiten”, so Puck, der den beliebten Sport schon als Labor für eine Studie zu Internationalisierungsstrategien genutzt hat.

Mittlerweile kann der Forscher zur Frage der Diversität ein erstes Zwischenfazit ziehen: „Teams, die im Rückstand liegen, benötigen mehr Kreativität und müssen ihre Strategie ändern. Daher werden sie erfolgreicher, wenn Spieler für mehr Diversität eingewechselt werden. Umgekehrt sollten Teams, die im Spiel vorn liegen, eher auf Stabilität und eine gute Defensive achten. Sie benötigen Spieler, die sauber und einfach miteinander spielen und verhindern, dass der Gegner ein Tor schießt.”
Für das Management in Unternehmen bedeutet das: Bei komplexen Aufgaben und Veränderungsprozessen wirken sich diverse Teams positiv aus. Sie führen zu mehr Kreativität und Mut zum Risiko. Braucht man also neue Perspektiven und Ansätze, hat aber keinen erheblichen Zeitdruck, lohnt sich die „Einwechslung” von Mitarbeitern, deren Hintergrund sich von dem der anderen Teammitglieder erheblich unterscheidet. Will man aber mehr Stabilität und Kontinuität, nachdem sich die Wogen der Veränderung geglättet haben, sollte man auch die Diversität im jeweiligen Team wieder etwas herausnehmen.

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