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Wird „Kurzarbeit“ das neue Normal? © karriere.at/Tanja Karlsböck
© karriere.at/Tanja Karlsböck

Redaktion 21.08.2020

Wird „Kurzarbeit“ das neue Normal?

Umfragen zeigen deutliche Zustimmung zur generellen Reduzierung der Arbeitszeit – auch beim Management.

••• Von Britta Biron

LINZ/WIEN. Im Zuge der Corona-Kurzarbeit ist die Diskussion um eine generelle Reduzierung der Normalarbeitszeit neu aufgeflammt, und eine Reihe aktueller Umfragen belegt, dass Herr und Frau Österreicher dieser Idee einiges abgewinnen können.

Mehrheit ist für …
Von den 477 Arbeitnehmern, die sich an der Online-Befragung der Jobplattform karriere.at beteiligt haben, plädiert immerhin knapp die Hälfte (49%) für eine 30-Stundenwoche. Für 23% wäre eine Reduzierung auf 35 Wochenstunden ideal, und jeder Zehnte könnte sich sogar eine Halbierung auf 20 Stunden vorstellen. Für die momentane Normalarbeitszeit von 40 Wochenstunden spricht sich dagegen nur knapp ein Fünftel (18%) aus.

Bei den Unternehmensvertretern (204 Befragte) sieht die Gewichtung überraschenderweise sehr ähnlich aus, wobei der Wunsch nach einer 30-Stundenwoche mit einer Zustimmung von 60% sogar noch stärker ausgeprägt ist. Eine Reduktion auf 35 Stunden pro Woche ist nur für jeden fünften Manager von Interesse, eine Halbierung auf 20 Stunden finden dagegen nur acht Prozent ideal, und für die klassische 40-Stundenwoche spricht sich ebenfalls nur eine Minderheit (12%) aus.
„Die Coronakrise hat viele Unternehmen flexibler gemacht – gewollt oder ungewollt. Dieses Stück gewonnene Freiheit sollte auch Arbeitsort und -zeit betreffend genutzt werden, um den Mitarbeitern entgegenzukommen“, so das Fazit von Thomas Olbrich, Chief Culture Officer von karriere.at. Dass Mitarbeiter sich eine kürzere Arbeitswoche wünschen, sei allerdings kein Indiz für Faulheit – ganz im Gegenteil. Olbrich sieht den Grund dafür vor allem darin, dass viele die freie Zeit für Nebenjobs, selbstständige Projekte oder ehrenamtliche Tätigkeit nutzen möchten.

Auch die 1.500 Personen, die von einer Forschergruppe der Universität Wien seit Ausbruch der Pandemie monatlich befragt werden, befürworten eine Reduzierung der Arbeitszeit

… 30 Stunden pro Woche
Knapp mehr als die Hälfte will künftig weniger Zeit im Job verbringen. Mit 24% ist die Gruppe jener, die um maximal acht Wochenstunden reduzieren wollen, am größten, immerhin 12% könnten sich auch eine 3-Tage-Woche vorstellen. Interessant ist, dass es praktisch keine Unterschiede zwischen jenen gibt, die in Corona-bedingter Kurzarbeit waren oder noch immer sind (immerhin 43% der Befragten), und jenen, deren Arbeitspensum sich durch die Pandemie nicht geändert hat.

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