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Imas widerlegt die Mär vom Sommerloch © Robert Kneschke/stock.adobe.com
© Robert Kneschke/stock.adobe.com

Redaktion 28.06.2018

Imas widerlegt die Mär vom Sommerloch

Selbst in der stärksten Urlaubswoche sind nur elf Prozent der österreichischen Bevölkerung gleichzeitig auf Urlaub.

Vorurteile sind einerseits praktisch, da sie rasche Entscheidungen ermöglichen, andererseits führen sie aber oft auch in die Irre. Zu denjenigen, die sich trotzdem besonders hartnäckig halten, zählt jenes, dass die Mehrheit der Bevölkerung im Sommer auf Urlaub ist und in dieser Zeit kaum etwas geht. Und tatsächlich spricht einiges dafür.
Die Menge der Abwesenheitsnotizen im E-Mail-Posteingang steigt ebenso wie die Zahl der freien Parkplätze, aber auch die der innerstädtischen Baustellen. Auch die Zahl der Anfragen von Familie und Freunden, ob man sich vielleicht um Haustiere und Pflanzen kümmern könnte, nimmt zu. Im Fernsehen laufen Wiederholungen, Projekte, die noch nicht abgeschlossen sind, werden mit dem Hinweis auf die Ferienzeit bis zum Herbst auf Eis gelegt und neue aus dem selben Grund oft noch nicht angefangen.

Nur ein Zehntel …
Das heißt im Umkehrschluss allerdings nicht, dass Österreich in einem ferienbedingten Sommerloch versinkt. Denn wie eine auf den aktuellen Urlaubsplänen der Österreicher beruhende Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Imas International jetzt hieb- und stichfest beweist, existiert dieses vermeintliche Sommerloch zum überwiegenden Teil nur in der subjektiven Wahrnehmung.
Die Gründe dafür sind klar: Erstens fährt heuer trotz steigender Reiselust nur knapp mehr als die Hälfte (52%) der Österreicher auf Urlaub, 43% – hauptsächlich ältere und sozial schwache Personen – verbringen die Ferien dagegen daheim.

Zweitens verteilt sich die Reisezeit auf mehrere Wochen, und selbst in der Hochsaison – das ist der Zeitraum zwischen
23. Juli und 19. August – sind pro Woche maximal zwischen neun und elf Prozent der österreichischen Bevölkerung auf Urlaub.
„Der stereotypen ‚Alle-sind- weg-Vorstellung‘ insbesondere für Juli ist somit deutlich zu widersprechen“, erläutert Paul Eiselsberg, Senior Research Director von Imas International, die Ergebnisse.

… der Bevölkerung ist …
Allerdings steigt – wenig überraschend – mit Anfang Juli die Wahrscheinlichkeit, dass man Familien mit schulpflichtigen Kindern nicht daheim antrifft. Diese Gruppe bevorzugt, so
Eiselsberg, den Juli sowie die erste August-Woche für ihren Sommerurlaub. Was hingegen die Urlaubsdauer betrifft, unterscheiden sich Familien kaum von Singles oder Paaren.
Insgesamt gönnt sich rund ein Drittel (32%) der Österreicher zwischen elf und dreizehn Ferientagen, 29% dagegen begnügen sich (ob freiwillig oder nicht, wurde in der Umfrage nicht erhoben) mit nur vier bis sieben freien Tagen; weitere 15% verreisen für eine Dauer zwischen acht und zehn Tagen.

… zur gleichen Zeit …
Knapp mehr als ein Fünftel (vor allem Besserverdiener und Personen mit höherer Schulbildung) sind 15 Tage oder länger auf Urlaub. Ein-bis dreitägige Trips stehen bei nur zwei Prozent auf dem diesjährigen Reiseplan. Gefragt nach Anreise und Ziel nannten 43% der Studienteilnehmer einen Flug, weitere 27% eine Auto- bzw. Zug- oder Busfahrt ins Ausland. Der Anteil jener, die sich für eine Auszeit in einer der vielen heimischen Ferienregionen entschieden hat, liegt mit 20% deutlich niedriger, und auf eine Kreuzfahrt geht überhaupt nur einer von 100 Österreichern.

… im Sommerurlaub
Zum Medienkonsum liefert die Umfrage ebenfalls interessante Erkenntnisse. Dieser ändert sich bei der Mehrheit (je nach Mediengattung zwischen 70 und 85%) der Befragten im Sommer nämlich gar nicht und beim Rest nur minimal. Im Vergleich zum Frühling wird während des Sommers etwas weniger Zeit vor dem Fernseher, im Internet oder mit der Lektüre von Tages- und Wochenzeitungen verbracht; dagegen wird man ein wenig häufiger zu Magazinen gegriffen.  Imas führt die Befragungen face-to-face durch (als persön­liche Interviews).

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