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Herausfordernd, spannend, unterstützend und genau z.V.g.
z.V.g.

Redaktion 25.02.2022

Herausfordernd, spannend, unterstützend und genau

••• Von Katia Ramos Moreira Leite

Aufgrund der weltweit sinkenden Zahl von Pathologen und der immer komplexeren Arbeitsbelastung besteht die Notwendigkeit, neue Technologien in der chirurgischen Pathologie zu entwickeln. Der Einsatz von KI ist unvermeidlich und wird bald Teil der täglichen Laborroutine sein.

Derzeit arbeiten wir an einer Studie, in der KI-Algorithmen zur Diagnose und zum ­Grading von Prostatakrebs auf der Grundlage von H&E-Proben eingesetzt werden. Durch die Arbeit mit KI-Algorithmen haben wir die Möglichkeit, die Schwierigkeiten beim Erlernen der korrekten Bewertung der Läsionen zu beobachten. Eine Herausforderung besteht darin, dass KI-Algorithmen immer von Fachleuten des jeweiligen Wissensgebiets trainiert werden sollten. Dies bezieht sich auf Subspezialisten, denn es gibt eine Vielzahl von Aspekten, die berücksichtigt werden müssen, um eine korrekte Diagnose für eine bestimmte Krankheit zu stellen. Außerdem muss eine angemessene Anzahl von Bildern ausgewählt, mit Anmerkungen versehen und dem System vorgelegt werden, damit es lernt, anhand welcher Muster die Krankheiten erkannt werden müssen.

Das potenzielle langfristige Ziel eines solchen KI-basierten Algorithmus ist es, Pathologen bei ihrer Routinearbeit zu unterstützen. Die KI hat das Potenzial, sowohl beim Screening als auch bei Vorschlägen zur Diagnose eingesetzt zu werden, um Pathologen beim Handling von Patienten mit komplexeren Krankheiten zu unterstützen. Dies würde auch die Nutzung der Leistungsfähigkeit der KI-Algorithmen zur Analyse von morphologischen, immunhistochemischen und molekularen Daten zur Klassifizierung von Neoplasmen einschließen.
Die KI wird als zukünftige Notwendigkeit angesehen und sie wird Teil unserer Arbeit sein. Wir setzen die KI bereits für das Screening der Zytologie von Gewebsproben ein, aber KI-gestützte Technologien werden immer leichter verfügbar sein und zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Labore werden.


Katia Ramos Moreira Leite ist Assistenzprofessorin an der Faculdade de Medicina da Universidade de São Paulo, Brasilien.

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