DOSSIERS
Nah&lokal versorgt © Richard Stöger

Herzensaufgabe Der Geschäftsführer von Nah&Frisch Marketingservice, ­Hannes Wuchterl, über lokale Nahversorgung mit dem gewissen Etwas.

© Richard Stöger

Herzensaufgabe Der Geschäftsführer von Nah&Frisch Marketingservice, ­Hannes Wuchterl, über lokale Nahversorgung mit dem gewissen Etwas.

Redaktion 28.05.2021

Nah&lokal versorgt

„Menschen, die da daheim sind, sind für Menschen da, die da daheim sind”, bringt es Nah&Frisch Geschäftsführer Hannes Wuchterl perfekt auf den Punkt.

••• Von Oliver Jonke

WIEN. Immer mehr Gemeinden setzen eine funktionierende Nahversorgung und revitalisierte Ortskerne auf ihre Agenda. medianet sprach darüber mit Hannes Wuchterl, Nah&Frisch Geschäftsführer und Nahversorgungsexperte.

medianet:
Welchem Trend folgt aktuell die Nahversorgung?
Hannes Wuchterl: Wir sehen einen klaren Trend, dass sich Gemeinden verstärkt dafür interessieren, Nahversorgung in nachhaltiger Form möglich zu machen. Sei es sie zu halten oder neu in den Ort zu bringen.

Nicht immer ein einfaches Unterfangen, teilweise wissen sie auch nicht so recht ‚wie geh’ ich’s an?' Deshalb auch dieses Dossier. Es soll als Ideengeber mit Beispielen aus der Praxis dienen: Nahversorgung in kleinen Orten – so kann es gehen!


medianet:
Das klingt nach einem persönlichen Anliegen…
Wuchterl: Ist es auch! Nämlich, dass es uns verstärkt gelingt, gemeinsam mit engagierten Bürgermeistern, vielen anderen Menschen, egal ob auf Landes- oder Gemeindeebene, unseren selbstständigen Kaufleuten und Nah&Frisch Großhandelshäusern, die Nahversorgung in den ländlichen Gemeinden Österreichs – ich sage jetzt bewusst nicht sicherzustellen, sondern sie zu verbessern, sie weiter auszubauen.

Da sind wir als Nah&Frisch Familie natürlich auf engagierte Menschen in den Gemeinden angewiesen. Mein Dank gilt da besonders jenen Bürgermeistern, die ein enormes Engagement aufbringen, ihren Nahversorger im Ort zu halten oder einen in ihre Gemeinde zu bringen.


medianet:
Ein weiterer Trend war und ist Regionalität im LEH. Gibt es da eine verstärkte Nachfrage nach dieser Versorgungsart?
Wuchterl: Ja, auf jeden Fall und genau hier liegt unsere Kompetenz: Die Stärke unserer Nah&Frisch Familie liegt darin: Wir leben Regionalität nämlich selber! Ich persönlich bin ein ganz großer Anhänger von gelebter Lokalität. Lebensmittel aus dem Ort, denen wir mit unserer Marke ‚Aus’m Dorf' ja auch eine entsprechende Bühne zur Verfügung stellen. Tatsächlich gibt es flächendeckend Nah&Frisch Geschäfte und daher viele, viele Produkte aus dem jeweiligen Dorfraum. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das andere LEH-Konzepte von sich sagen können.

medianet:
Heißt das, ketzerisch gefragt, dass sich der Mitbewerb Lokalität nicht leisten will? Oder leisten kann?
Wuchterl: Der Trend zur Lokalität ist dem Lauf der Zeit geschuldet – Menschen sind sich wieder verstärkt bewusst geworden, dass ‚von daheim' eine gute Sache ist. Und wie das so ist im Wettbewerb, jeder versucht dann solche Themen verstärkt zu spielen bzw. werden solche Themen dann teilweise auch strapaziert. Ich bin der tiefen Überzeugung, gerade was ‚von daheim' kommt, also echte Lokalität betrifft, da sind wir unschlagbar! Uns ist lieber, eine Kauffrau oder ein Kaufmann verkauft Äpfel direkt vom lokalen Bauern. Unsere selbstständigen Kaufleute entscheiden frei, was sie von wem lokal beziehen wollen.

medianet:
Was ist also der Schlüssel zum Erfolg? Die Großhandelshäuser? Lokalität?
Wuchterl: Beides. Die Großhan­delshäuser haben ja auch einen besonderen Zugang zur Lokalität. Dadurch haben wir die Möglichkeit, wirklich für jeden Ort, für jeden Bürgermeister das perfekt passende Konzept zusammenstellen zu können – von den klassischen, von selbstständigen Kaufleuten geführten Geschäften bis hin zu den kommunal geführten. Diese Vielfalt, die nicht zuletzt auch unsere Großhandelshäuser ermöglichen, ist unsere große Stärke.

Nah&Frisch ist eine Gemeinschaft von vier Großhandelshäusern, von selbstständigen Kaufleuten und ihren Mitarbeitern in deren Geschäften. Wir geben dieser Gemeinschaft mit modernen Marketingmethoden ein professionelles Auftreten mit einem freundlichen Gesicht. Stellvertretend für die freundlichen Gesichter unserer vielen Kaufleute. Bei uns soll’s ‚menscheln', denn unsere Geschäfte sind mehr als nur Geschäfte – sie sind sozialer Treffpunkt für den Ort!


medianet:
Könnten Sie das Nah&Frisch Konzept in einem Satz zusammenfassen?
Wuchterl: Sehr gern: ­Menschen, die da daheim sind, sind für Menschen da, die da daheim sind.

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