Österreich isst frei
© APA/Georg Hochmuth
Mit zahlreichen Aktionen und Info-Kampagnen wurde auf den „echten” Preis und Wert von heimischen Lebensmitteln hingewiesen.
DOSSIERS 13.11.2015

Österreich isst frei

Sogar der Nationalfeiertag stand heuer im Zeichen der Versorgung – und damit des Milchpreises.

••• Von Paul Christian Jezek

ST. PÖLTEN. Der Niederösterreichische Bauernbund hatte für seine Printkampagne zum Nationalfeiertag am 26.10. das Motto „Österreich isst frei” gewählt. Damit wurde bewusst auf die Emotionen rund um die Wiederherstellung der Souveränität des Landes angespielt und die provokante Frage gestellt: „Vor 60 Jahren wurden wir unabhängig. Warum wollen wir nicht weiter unabhängig bleiben?”

So wurde an die Eigenverantwortung der österreichischen Konsumenten und des österreichischen Handels appelliert. Um über die Auswirkungen der niedrigen Erzeugerpreise zu informieren, wurden Bauern aus allen Regionen Niederösterreichs zu Info- und Sympathiekundgebungen aufgerufen, vor Supermärkten gezielt das Gespräch mit Kunden zu suchen und diese mittels Informationsmaterial (AMA-Gütesiegel, Herkunftszeichen, etc.) über die Leistungen der österreichischen Landwirtschaft für die Gesellschaft in Kenntnis zu setzen.

Nur mehr 30 Cent pro Liter

So ist seit Anfang Juli 2015 der Bauernmilchpreis – also der Preis, den der Landwirt erhält – auf rund 30 Cent pro Liter gesunken. Das bedeutet umgerechnet 25% Einkommensverlust in einem Jahr für die heimischen Milchbauern.

Trauriges Fazit zum Nationalfeiertag: Anhand der Niedrigstpreise, die aktuell für frische, hochqualitative und regionale bäuerliche Lebensmittel gerade noch bezahlt werden, kann die österreichische Selbstversorgung und Unabhängigkeit von Lebensmittelexporten nicht mehr garantiert werden.

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