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Omnichannel-Fachmärkte, Vertrieb aus der Zukunft © 3e
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Redaktion 08.10.2021

Omnichannel-Fachmärkte, Vertrieb aus der Zukunft

medianet im Gespräch mit 3e Vorstand Markus Dulle über Let’s Doit – Omnichannel-Werkzeugfachmärkte als zukunftsträchtiges Vertriebskonzept.

WELS. Ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis in einem stationären Geschäft für Werkzeuge und Gartengeräte bietet das umfassende Omnichannel-Konzept von Let’s Doit. Die Dachmarke der 3e Verbundgruppe beeindruckt durch viele Highlights im Markt in Kombination mit einer intelligenten digitalen Verzahnung.

Möglich wurde diese mit Markus Dulle, seit Juli 2016 Vorstand der 3e Handels- und Dienstleistungs AG. Der 47-Jährige gebürtige Kärntner verfügt über langjährige nationale und internationale Erfahrungen am Heimwerkermarkt und mit dem neuartigen Let’s Doit Store 4.0 gelang unter seiner Leitung die Transformation vom sehr klassisch geprägten Werkzeugfachhandel zum ersten österreichischen Omnichannel-Handel in diesem Sortimentsbereich. Mit dem neuen Strategieprozess „3e next generation 2025” hat Dulle gemeinsam mit seinem Team bereits die Weichen für die Zukunft gestellt.
Darüber und über die Digitalisierung am POS an sich wollte medianet nun aber mehr wissen und bat Markus Dulle zum Interview.


medianet:
Herr Dulle, als die 3e den Relaunch der Dachmarke Let’s Doit eingeleitet hat und mit dem Titel ‚Store 4.0' das erfolgreiche Vetriebskonzept für Werkzeugfachmärkte den neuen Anforderungen hinsichtlich des Omnichannels am POS angepasst hat, was waren die Zielsetzungen?
Markus Dulle: Wir wollten von Beginn an drei große Bereiche miteinander verbinden – Store, Online und Mobile. Das ist uns mit dem Let’s Doit Store 4.0 eindrucksvoll gelungen, der in Europa seinesgleichen sucht. In unseren Fachmärkten lautet die Devise ‚anpacken, ausprobieren und informieren'. Auch viele digitale Elemente finden sich im Store.

medianet:
Hätten Sie Beispiele für uns?
Dulle: Bei Let’s Doit gibt es das Virtual Shelf als verlängerte Ladentheke mit mehr als 30.000 unterschiedlichen Produkten, die Vergleichszone für den direkten Produktvergleich und weitere digitale Devices, die die Fachberater als wertvolle Verkaufshilfen in ihrer Beratungstätigkeit unterstützen.

Die Steuerung von Mährobotern über Kunstrasen oder einer Bewässerungsanlage hinter Plexiglas sind ebenso einzigartig wie das Testcenter, in dem die Kunden ihre Produktauswahl im Live-Betrieb einem Härtetest unterziehen können, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. So werden die Vorteile des Onlinehandels mit jenen des Erlebniseinkaufs am POS sinnvoll kombiniert.


medianet:
Worin sehen Sie die besondere Herausforderung für die Digitalisierung am POS? Eher im technischen Bereich? Oder eher im Bereich der ‚handelnden' Personen?
Dulle: Ich teile die Meinung vieler Fachexperten, die die digitale Transformation weniger als technische Herausforderung sehen, sondern als Veränderung der Unternehmenskultur. Wenn es nicht gelingt, die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen, kann es passieren, dass die digitale Transformation scheitert. Die Technologie bildet klarerweise die Grundlage, um die Vielfalt an digitalen Elementen am POS überhaupt für die Fachberater und die Kunden zur Verfügung stellen zu können. Mit unseren Partnern Syreta, Umdasch Digital und Grassfish haben wir die Lösungen – vom V-Shelf, über das Scan&Learn (unsere Vergleichszone) sowie das praktikable Handling der diversen Screens – gemeinsam entwickelt.

medianet:
Also doch beide Bereiche. Worauf wäre in erster Linie zu achten? Was konnten Sie den Stores beobachten?
Dulle: Das Verkaufsgespräch an sich hat sich nicht grundlegend verändert; neu sind jedoch die technischen Mittel, die dazu eingesetzt werden können und sollen. Wichtig ist vor allem, dass die Mitarbeiter den Mehrwert dieser Verkaufshilfen erkennen und in ihre Beratungsgespräche integrieren. Das unterstützt nicht nur bei fachlichen Detailfragen, sondern vermittelt dem Kunden natürlich auch ein positives Bild eines modernen, zeitgemäßen Auftritts, zumal die Kunden selbst onlineaffin und vielfach ohne Berührungsängste an diese Tools herangehen. Wir sehen auch, dass uns dieses gesamte Konzept der Digitalisierung und des Erlebnisses am POS eine zunehmend jüngere Zielgruppe ins Geschäft bringt, die an dieser Präsentationsform Gefallen findet und als Digital Natives ganz selbstverständlich mit diesen Devices umgeht.

medianet: Was ist als Nächstes geplant?
Dulle: Einer unserer nächsten Tests wird die digitale Preisauszeichnung am POS und das kassenlose Bezahlen per App direkt am Regal sein.

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