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Schutzschild Systempartner © medianet/Joe Haider

Selbstständig sein – mit einer etablierten sowie geschützten Marke auftreten wie ein Großkonzern mit Unterstützung durch den Franchise-Geber.

© medianet/Joe Haider

Selbstständig sein – mit einer etablierten sowie geschützten Marke auftreten wie ein Großkonzern mit Unterstützung durch den Franchise-Geber.

Redaktion 13.11.2020

Schutzschild Systempartner

Selbstständig sein und gleichzeitig, ­besonders in Krisenzeiten, beschützt von seinem System – über Franchising und seine Vorzüge in der Coronakrise ­diskutierte der medianet Round Table.

Besonders in einer ­Krise zeigt sich der Wert einer Partnerschaft. In einer Wirtschaftskrise besonders die des unternehmerischen Umfelds – logisch. Und dabei scheint es manchen besser zu gehen.

„Franchise-Nehmer konnten sich in der Krise auf ihre Systempartner verlassen”, sagt ­Barbara Steiner, Generalsekretärin ­Österreichischer Franchise-Verband. „Innerhalb der Systeme wurde den Bedürfnissen der Partner Rechnung getragen – sei es als Unterstützung bei Behörden, Anträgen oder in finanziellen Fragen.”
In der letzten Zeit habe Franchising seine Stärken ausspielen können, so Manfred Rothdeutsch, Franchising & Delivery Lead bei McDonald’s: „Fragen zu Kurzarbeit, Weg­weiser bei Behördengänge, ­Support von der Rechts- oder der Finanzabteilung – in der Krise hat ­Franchise gezeigt, was es kann.”

Selbstständig mit Netz

Also auf in die Selbstständigkeit via Franchise? „Ganz grundsätzlich: Menschen, die in Konzernen angestellt waren, stellen sich oft die Sinnfrage”, meint Andreas Haider, Geschäftsführer der Unimarkt Gruppe. „Für die ist Franchising ein guter Weg, sich selbst zu verwirklichen – mit einem starken Partner.” Der „ich bin nicht allein”-Gedanke sei dabei ein gutes Sicherheitsnetz.

Ähnlich, aber doch auch differenzierter sieht dies Biogena Franchise-Managerin Tanja Fleischanderl: „Wir entwickeln, produzieren und vermarkten Nahrungsergänzungsmittel. Das heißt, der Franchise-Nehmer-Idealtypus ist nicht nur unternehmerisch veranlagt, sein Fokus liegt auch auf Gesundheit und Wohlbefinden.” Wobei dies doch branchen­abhängig sein dürfte, denn für Das Futterhaus Österreich-Geschäftsführer Norbert Steinwidder zählt vor allem die unternehmerische Persönlichkeit: „Fachkompetenz kann man lernen. Den persönlichen Einsatz, sich für ein Netzwerk zu begeistern, den muss jeder selber mitbringen.”

Gemeinsam statt einsam

„Wir suchen definitiv keine Investoren”, will Rothdeutsch Missverständnissen gleich vorbeugen, „auf wirtschaftliche Kompetenz, Mitarbeiter- und Personalführung kommt es an.” Franchising sei mehr eine gelebte Partnerschaft, als die überaus geschützte Selbstständigkeit. So wie beim „Goldenen M” ist man sich auch bei A1 über die Kraft einer etablierten, starken Marke im Klaren. „Unsere Franchise-Partner sind unsere Sprachrohre in die Regionen”, so Peter G. Allerstorfer, Leitung A1 Franchise Shops & Employee Sales, und führt aus: „Bezirksstädte sind für unsere Franchise-Partner ideal, denn dort können wir sie zu ‚local heroes' aufbauen.” Außerdem ideal: Eine starke Verkäufer- und Dienstleistungskompetenz.

Digitalisierung und Franchise

Corona brachte ohne Zweifel einen massiven Digitalisierungsschub, traf die eine Branche mehr als eine andere und brachte die eine oder andere wunderbare Blüte hervor. Auf das Fitness-Franchise-System Bodystreet trifft all dies gleichermaßen zu. „Die Fitness-Branche hat Corona extrem hart getroffen”, erinnert sich Wolfgang Hofmann, Geschäftsführer von Bodystreet, und erklärt: „Wir hatten unseren Digitalisierungsschub bereits abgeschlossen – wir konnten sofort auf Online-Training umstellen. Die Resonanz war gewaltig, unsere Kunden haben uns daheim trainierend durch die Krise durchgetragen.”

Gemeinsam stärker

Was Corona aber auch hervorbrachte, war die plötzliche Sichtbarkeit des immensen Zusammenhalts innerhalb der Systeme. Hier habe laut Steiner das aktive Ansprechen der Franchise-Partner und das sensible Handeln innerhalb der Systeme viel Positives bewirkt. „Team Spirit”, nennt es Allerstorfer. „Der Partner muss spüren: Wir gehen gemeinsam gut durch die Krise. Die Mitarbeiter müssen spüren: Wir helfen alle zusammen. Wenn wir das besiegt haben, was soll uns dann noch umhauen?”

„Franchise geht aus der Coronakrise als Gewinner hervor. Denn Franchise hat eines immer deutlich gemacht: Systeme sind sehr viel agiler als ‚starre' Konzerne. Und aufgrund der Systeme sind die sonst üblichen ‚Verkrustungen' im Unternehmen gar nicht erst möglich”, bringt Haider die Vorteile von Franchise auf den Punkt.
Warum das so ist, da ist sich die Diskussionsrunde mehr als einig: Schwarmintelligenz. Dieses kollektive intelligente Verhalten der Systempartner lässt ein Franchise-System selber immer besser werden. Je mehr Partner im System, umso „klüger” wird dieses auch werden.

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