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Bitcoin & Co sind in Ungnade gefallen © Panthermedia.net/Bumbumbo
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Redaktion 23.08.2019

Bitcoin & Co sind in Ungnade gefallen

Die Österreicher lehnen Kryptowährungen rigoros ab, wie eine aktuelle Umfrage der ING zeigt.

••• Von Reinhard Krémer

Kryptowährungen haben in den letzten Jahren Anlegern alle Höhen und Tiefen des Kapitalmarkts auskosten lassen. So hat zum Beispiel Bitcoin von einem Kurs um die 300 € innerhalb von nur zwei Jahren auf ein All-time-high von fast 17.000 € zugelegt. Darauf folgte ein gnadenloser Absturz auf unter 3.000 € – und seit einigen Monaten geht’s wieder nach oben.

Pünktlich zu Frühlingsbeginn schoss der Preis für einen Bitcoin binnen einer Stunde raketenartig um bis zu 23% auf 5.080 USD in den Himmel, die Spitze lag dann heuer bei deutlich mehr als 10.000 €.
Was jeden Investment-Profi längst von der Szene vertrieben hätte, schien der eingeschworenen Kryptowährungsgemeinde partout nichts auszumachen – Zocken gehörte einfach dazu. Gehörte, denn jetzt zeigen sich deutliche Erosionsspuren bei den Anlegern in Bitcoin & Co., wie die ING International Survey mit Beteiligung der ING in Österreich zeigt.

Stimmungstief

Verglichen mit der Vorjahresumfrage, ist die Einstellung zu Bitcoin und Co. noch schlechter geworden. So waren es 2018 noch 20% der Österreicher, die meinten, dass Kryptogeld die Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs ist, heuer sind es 17%. An die Bedeutung als Anlageform glaubten 2018 17% der Österreicher, nun sind es 14%.

Dieser Trend – dass sich die Bitcoin-Euphorie weiter abschwächt – zeigt sich auch in den anderen europäischen Ländern. Ausnahmen sind hierbei die Türkei, Polen und Rumänien.
„Die ING International Survey zeigt immer sehr deutlich, worauf die Österreicher Wert legen – nämlich auf Sicherheit im Zahlungsverkehr und bei der Geldanlage. Risiko beziehungsweise starke Kursschwankungen wollen möglichst vermieden werden. Wenig verwunderlich also, dass Kryptogeld hierzulande auf keinen besonders fruchtbaren Boden fällt. Auch glauben derzeit nur 15 Prozent der Österreicher, dass der Kurs von digitalen Währungen in den kommenden zwölf Monaten steigt”, kommentieren die Experten der ING die Ergebnisse der Studie.

Wissen, worum’s geht

Im Rahmen der Studie wurde auch der Wissensstand in Sachen Kryptogeld abgefragt. Im Vergleich zu den anderen untersuchten Ländern wissen die Österreicher überdurchschnittlich viel über digitale Währungen.

Eine mögliche Schlussfolgerung ist daher, dass die Ablehnung dort höher ist, wo man mehr über das Thema weiß.
Das Wissen übrigens beziehen die Österreicher hauptsächlich aus den klassischen Medien, gefolgt von auf Kryptowährungen spezialisierten Websites.

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