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Da ist ordentlich Sand im Getriebe © EY Österreich

Expert View: Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich.

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Expert View: Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich.

reinhard krémer 01.04.2016

Da ist ordentlich Sand im Getriebe

Die Zahl der Börsengänge ist im ersten Quartal rückläufig – das Emissionsvolumen sinkt sogar auf den niedrigsten Stand seit 2009.

•••Von Reinhard Krémer

WIEN. Die hohe Volatilität an den weltweiten Aktienmärkten hat im traditionell schwachen ersten Quartal zu einem deutlichen Einbruch auf dem IPO-Markt geführt, zeigt das aktuelle weltweite IPO-Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY für das erste Quartal 2016: Die Zahl der Börsengänge sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 39% von 274 auf 167 Transaktionen. Das Emissionsvolumen ging noch deutlich stärker – um 70% – von 39,9 auf 12,1 Mrd. USD zurück. Damit sank das weltweite Emissionsvolumen auf den niedrigsten Stand seit dem zweiten Quartal 2009.

USA leiden stark

Am stärksten betroffen war der US-amerikanische Markt, wo nur noch zehn Börsengänge gezählt wurden – nach 35 im Vorjahreszeitraum und 71 im ersten Quartal 2014. Dabei erlösten die Neulinge an den US-Börsen gerade einmal 750 Mio. USD (Q1/2015: 6,15 Mrd. USD).

Aber auch in den beiden anderen wichtigen Märkten Europa und China waren die IPO-Aktivitäten stark rückläufig: In Europa hat sich die Zahl der Börsengänge von 67 auf 34 etwa halbiert, in China (einschließlich Hongkong) ging sie sogar um 61% zurück – und zwar von 97 auf 38.

Das Reich der Queen bleibt stabil

Innerhalb Europas erwies sich vor allem der IPO-Standort Großbritannien als einigermaßen stabil: Nach 20 IPOs im Vorjahreszeitraum gingen in den ersten drei Monaten dieses Jahres immerhin 16 Unternehmen in Großbritannien an die Börse.

In Österreich geht das Warten auf den ersten Börsengang seit 2014 hingegen weiter. „Der Kursrutsch an den Börsen im Jänner und Februar, der Absturz des Ölpreises, anhaltende geopolitische Unsicherheiten und aufkommende Konjunktursorgen haben den Markt für Börsengänge nach einem starken Abschlussquartal 2015 im ersten Quartal deutlich gebremst”, erläutert Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich.
„Es gab zahlreiche Absagen und Verschiebungen – die Pipeline ist aber dennoch gut gefüllt und viele Börsenaspiranten warten auf ein besseres Umfeld.”
Schwartz rechnet aber für die kommenden Monate mit einer posi­tiven Trendwende: „Gestützt wird der weltweite IPO-Markt weiterhin von der Niedrigzinspolitik der Notenbanken, relativ hohen Bewertungsniveaus und der hohen Liquidität im Markt – Investoren suchen nach wie vor intensiv nach Anlagemöglichkeiten in einem Umfeld mit negativen Realzinsen. Wenn sich die Aktienmärkte nun weiter beruhigen, stehen die Chancen gut, dass sich auch wieder mehr IPO-Kandidaten aus der Deckung wagen – zumal die konjunkturellen Rahmenbedingungen etwa in Europa und den USA keineswegs schlecht sind.”

Besserung in Sicht

Mit dem Rückgang der Volatilität und auf Basis der Ergebnisse und Ausblicke aus der laufenden Berichtssaison dürften die Aktivitäten im zweiten Quartal daher wieder zunehmen, erwartet Schwartz – zumal die jüngsten Kursgewinne an den Aktienmärkten und der aktuelle Aufwärtstrend beim Ölpreis die Rahmenbedingungen wieder spürbar verbessert hätten.

Der größte Börsengang im ersten Quartal war der IPO der China Zheshang Bank, die in Hongkong an die Börse ging und dabei zwei Mrd. USD erlöste. Von den zehn größten Börsengängen weltweit fanden immerhin sechs in Europa statt.

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