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Die 500 Riesen wachsen © Volkswagen
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Redaktion 10.09.2015

Die 500 Riesen wachsen

Kreditversicherer Coface ortet bei den 500 größten Unternehmen Zentraleuropas Auftrieb – auch wenn eine Top-Branche schwächelt.

••• Von Gerald Stefan

WIEN. 572 Milliarden Euro Umsatz haben die 500 größten Unternehmen der CEE-Region 2014 erwirtschaftet, um 2,1 Prozent mehr als im Jahr davor: Das ist mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung (BIP) der gesamten zentral- und osteuropäischen Region. Den Unternehmen ist es gelungen, ihre Umsätze und auch ihre Beschäftigungszahlen im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen, so die Studie, die Kreditversicherer Coface heuer zum 7. Mal durchführt.
Generell war die CEE-Region 2014 konjunkturell gut unterwegs. So schafften die Länder nach der anhaltenden Rezession und der angespannten Situation eine positive Entwicklung. Das durchschnittliche BIP-Wachstum von 2,5 Prozent im Jahr 2014 hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt (1,3 Prozent). Die Umsatzsteigerungen der Top 500 Unternehmen zeigten eine ähnliche Entwicklungskurve. Niedrigere Arbeitslosigkeit, höhere Löhne, eine flache Inflation und fallende Ölpreise waren entscheidende Einflussfaktoren, so Coface. Die Aussichten sind durchaus gut, während Coface in weiter entfernten Regionen wie China schwierigeres Fahrwasser ortet, meint Vorstand Christian Berger.

Ein großer Wirtschaftsfaktor

4,2 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiteten 2014 in den größten Unternehmen in CEE. Die Studie zeige, dass sich die geringeren Arbeitslosenquoten der Region bei den führenden Unternehmen widerspiegeln, die ihrerseits ihre Beschäftigungszahlen um 1,7 Prozent steigern konnten. Allerdings war nicht überall Rückenwind vorhanden: „Die zentral- und osteuropäische Region wird traditionell von großen Öl- und Gasfirmen dominiert, die 2014 mit einem äußerst schwierigen Wirtschaftsumfeld konfrontiert wurden“, sagt Katarzyna Kompowska, Coface Executive Manager Central Europe: Die Ölpreise sanken um rund die Hälfte, das drückte auch den Preis für Mineralölerzeugnisse. Gleichzeitig hatte die Ukraine-Krise einen negativen Einfluss auf die Branche.
Diese Umstände führten dazu, dass die Top-Konzerne drastische Einbußen hinnehmen mussten. Nach Gewinnen von 3,3 Milliarden Euro 2013 schrieben sie 2014 sogar Verluste in Höhe von 48 Millionen. Aufgrund dessen hatte diese Branche den stärksten Umsatzverlust (-3,9%) und einen Beschäftigungsrückgang von 2,1 Prozent hinzunehmen. Dennoch ist der Öl- und Gassektor mit 105 Unternehmen und fast 30 Prozent des Gesamtumsatzes die größte CEE-Industrie.
Die Aussichten: recht gut
Blendend ging es dagegen der Auto- und Transportbranche; hier stiegen die Einkünfte um 10,6 Prozent und der Gewinn sogar um 76,2 Prozent. Unterm Strich schafften neun von 13 Sektoren, auf die sich die 500 größten Unternehmen aufteilen, im Jahr 2014 einen Umsatzzuwachs, so Coface. 176 der größten Unternehmen stammten 2014 aus Polen; das Land bleibt damit unangefochten an der Spitze.
Den zweiten Platz belegt Ungarn mit 73 Unternehmen. Tschechien hat 65 Unternehmen im Ranking und liegt damit auf Platz 3; mit einem Umsatzwachstum von 7,8 Prozent liefert das Land aber derzeit den Wachstums-Bestwert der Region.
Die CEE-Konjunkturprognose für 2015 sieht insgesamt derzeit recht gut aus: Coface erwartet eine durchschnittliche Wachstumsrate von 2,8 Prozent. „Die meisten Volkswirtschaften profitieren von einem verbesserten Konsumentenverhalten und der allmählichen Erholung der Eurozone. Dennoch verlangsamen Herausforderungen im In- und Ausland nach wie vor die nachhaltige Verbesserung der Region“, so Grzegorz Sielewicz, Coface Economist Central Europe.

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