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Die größte Standesbank des Landes hat viel vor © Österreichische Ärzte- und Apothekerbank

FührungscrewVorstandsvorsitzender Othmar Schmid, Markus Partl, Anton Pauschenwein und Helmut Kneissl lenken die Ärzte- und Apothekerbank.

© Österreichische Ärzte- und Apothekerbank

FührungscrewVorstandsvorsitzender Othmar Schmid, Markus Partl, Anton Pauschenwein und Helmut Kneissl lenken die Ärzte- und Apothekerbank.

Reinhard Krémer 03.11.2017

Die größte Standesbank des Landes hat viel vor

Die Österreichische Ärzte- und Apothekerbank hat bereits 17.000 Kunden – und Wachstum auf der Agenda.

••• Von Reinhard Krémer

Vor Kurzem wurde die technische Zusammenführung der ­Österreichischen Apothekerbank eG mit der Bank für Ärzte und Freie Berufe AG erfolgreich abgeschlossen.

Die neue Standesbank ist österreichweit unter der Marke Österreichische Ärzte- und Apothekerbank AG tätig und zählt in Summe beachtliche 17.000 Kunden.
Die Eckdaten können sich sehen lassen: Durch die Einbringung des Bankbetriebs der Österreichischen Apothekerbank liegt die Bilanzsumme des neuen Unternehmens bei rund 1 Mrd. €. Die Kundeneinlagen bewegen sich bei 860 Mio. €, und die Kundenausleihungen bei 700 Mio. €. Die Anzahl der Mitarbeiter beträgt schlanke 135.

Kundenfreundliche Fusion

Für die Kunden der Bank für Ärzte und Freie Berufe AG ergeben sich keine organisatorischen Änderungen. Kunden der Österreichischen Apothekerbank eG erhalten einen neuen IBAN und BIC. Allerdings wurde technisch vorgesorgt, sodass sämtliche Zahlungseingänge und -aufträge unter den bisherigen Kontodaten richtig weitergeleitet werden.

Klare Positionierung

Vorstandsdirektor Othmar Schmid bringt die Vorteile der Fusion auf den Punkt: „Die Österreichische Ärzte- und Apothekerbank AG verfügt über eine klare Positionierung als Standesbank für Ärzte und Apotheker, die fortgeführt und weiter ausgebaut werden soll. Mit der Fusion profitieren wir von positiven Synergieeffekten in Bereichen wie Regulatorik, IT und Logistik.”

Durch die Fusion wurde auch eine gesamte Umstellung der Marke vollzogen: Ziel war es von Anfang an, gemeinsame Stärken in den Marketingauftritt zu integrieren. Die vielen Gemeinsamkeiten dienten auch als Wegweiser für die Logofindung, den Claim und den Online-Auftritt.

Neues Logo

Das Logo symbolisiert die beiden Berufsstände (Blutstropfen & Kapsel). Rot-Weiß-Rot als zentrale Farben signalisieren den österreichischen Markt. Der Claim „Eine gesunde Verbindung.” deckt die Verbindung zwischen Kunden und Mitarbeitern ab. Zusätzlich verbindet dieser Slogan durch das Wort „gesund ” die beiden Berufsstände Arzt und Apotheker.

Vorstandsdirektor Anton Pauschenwein freut sich über diesen wichtigen Schritt: „Gemeinsam sind wir am Markt stärker aufgestellt und können im Interesse unserer Kunden unser Filialnetz besser nutzen. Unser spezifisches Know-how in der Beratung unserer Zielgruppen kann künftig noch effizienter eingesetzt werden.”

Keine vergleichbare Bank

Denn, so Othmar Schmid, die größte Standesbank Österreichs gilt als ein zukünftiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung für die beiden Berufsgruppen: „Es gibt keine ver­gleichbare Bank, wodurch sich Vorteile in der künftigen Marktbearbeitung erzielen lassen. Ziel ist es, die höchste Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit zu erreichen und die Marktposition weiter auszubauen: Das Kundengeschäftsvolumen soll in den nächsten fünf Jahren deutlich gesteigert werden.”

Wachstumsziele hat der Vorstand daher bereits ausgegeben: In den kommenden fünf Jahren soll die Bank stärker wachsen als die übrigen Geldinstitute im Land. Bei den Ausleihungen sind Zuwächse von durchschnittlich fünf Prozent angepeilt.

Vertriebsoffensive geplant

Die Ziele sind realistisch. So hatte die alte Apothekerbank außer der Zentralstelle in Wien keine weiteren Filialen. Einer neuen Marktoffensive unter Apothekern sollen demnach auch die Bundesländerfilialen der früheren Ärztebank dienen.

Laut Vorstand Anton Pauschenwein liegt der Marktanteil bei niedergelassenen Apotheken heute bei zwei Drittel. Mit Finanzierungen von Apothekenübernahmen, -Ausstattungen und -Gründungen war die Apothekerbank früher hauptsächlich im Kommerzgeschäft tätig. Jetzt soll eine Vertriebsoffensive für Jungpharmazeuten und Angestellte in den Apotheken beginnen und damit ein stärkerer Retailschwerpunkt, auch mit Wohnbaukrediten, Versicherung und Veranlagung.
Die größte Kundengruppe sind Ärzte. Rund jeder achte Arzt in Österreich und jeder fünfte Zahnarzt ist Kunde der Ärzte/Apothekerbank. 2016 wurde an jedem dritten Arbeitstag eine Ordination gegründet – das hat Potenzial: „Wir sind spezialisiert auf diese Berufsgruppe und wir glauben, eine Existenzgründung überdurchschnittlich gut beurteilen zu können”, so Pauschenwein.

Bankberater als Drehscheibe

Wer eine Ordination aufmachen will, erfährt vom Bankberater, wie die Kostenstruktur aussehen muss, welche Umsätze und Anlaufzeiten es braucht. Und ab und zu entpuppt sich das Netzwerk außerdem auch als informelle Jobbörse.

Investitionsbedarf sieht die Bank aktuell in den neuen Versorgungszentren, wo Apotheker und Arzt zumindest in einer Immobilie unter einem Dach sind. Im Visier hat man auch alle, die jetzt Medizin und Pharmazie studieren: „Das sind unsere künftigen Kunden. Irgendwann sind die selbstständig”, so Vorstandschef Othmar Schmid.

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