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Die Kreditbremser © Panthermedia.net/WDGPhoto

Seit Ende 2016 ist die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen.

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Seit Ende 2016 ist die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen.

Redaktion 02.11.2018

Die Kreditbremser

Konjunktur lässt Nachfrage nach Unternehmenskrediten boomen – noch, denn Risiken drücken aufs Wachstum.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Die Österreich-Ergebnisse der euroraumweiten Umfrage über das Kreditgeschäft präsentierte jetzt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB).

Dabei zeigt sich, dass der aktuelle Kreditboom vom gestiegenen Finanzierungsbedarf infolge der kräftigen Investitionstätigkeit der heimischen Unternehmen getrieben wird. Die Bruttoanlageinvestitionen legten 2016 und 2017 real um 4,3% bzw. 3,9% zu, die Ausrüstungsinvestitionen sogar um 10,6% bzw. 4,6%.

Same Procedure as last year

Die OeNB erwartet für 2018 eine ähnlich gute Konjunktur wie im vergangenen Jahr. Steigende globale handels- und wirtschaftspolitische Risiken werden das Wachstum in weiterer Folge jedoch bremsen.

Konditionen attraktiv …

Die starke Kreditnachfrage durch österreichische Unternehmen trifft auch auf anhaltend attraktive Konditionen, so die OeNB. Seit Mitte 2016 haben die Banken die Margen für durchschnittlich risikoreiche Kredite – hauptsächlich aus Wettbewerbsgründen – kontinuierlich gesenkt.

Im Privatkundengeschäft verläuft die Entwicklung moderater. Langfristig betrachtet, zieht die Nachfrage nach Wohnbaukrediten sowie Konsum- und sonstigen Krediten seit 2010 tendenziell an.

… auch für Private

Seit Mitte 2017 ist es, den Umfrageergebnissen zufolge, jedoch kaum noch zu merklichen Nachfrageänderungen gekommen. Wie im Unternehmenskundengeschäft hat sich auch im Privatkundengeschäft die Wettbewerbssituation der Banken zugunsten der Kreditnehmer ausgewirkt.

So wurden die Margen für durchschnittlich risikoreiche Wohnbaukredite von den Banken ab 2017 immer weiter gelockert – auch im dritten Quartal 2018. Beleuchtet wurden auch das erweiterte Programm des Eurosystems zum Ankauf von Vermögenswerten und der negative Einlagenzinssatz. Fazit: Dieses belastet die Ertragslage der Banken, hatte aber auch positive Einflüsse auf Liquidität und Finanzierungsbedingungen. Der negative Einlagenzinssatz drückt die Ertragslage.

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