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Die neue Gründerzeit bei Einzelunternehmen © Panthermedia.net/Kzenon
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Redaktion 07.09.2018

Die neue Gründerzeit bei Einzelunternehmen

Das Vertrauen in die Wirtschaft ist zurück – Zehntausende Arbeitgeberunternehmen gehen an den Start.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Starke Signale kommen aus der Wirtschaft: Die Unternehmensgründungen haben 2016 ordentlich zugelegt, meldet die Statistik Austria.

Insgesamt wurden 21.000 neue Arbeitgeberunternehmen gegründet; das entspricht einer Neugründungsrate von 8,8%, gemessen an den insgesamt am Markt tätigen Arbeitgeberunternehmen.

Dienstleister auf Überholspur

Rund 86% der neuen Arbeitgeberfirmen waren 2016 im Dienstleistungsbereich angesiedelt, die meisten davon in den Branchen Handel (4.005), Beherbergung und Gastronomie (3.978) sowie freiberufliche/technische Dienstleistungen (2.639).

Die höchste Neugründungsrate im Dienstleistungsbereich wies die Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung auf (12,4%), gefolgt von den sonstigen Dienstleistungen bzw. Erziehung und Unterricht (je 11,6%), den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (11,4%) sowie der Branche Information und Kommunikation (11,1%).
Ein Trend, der während der Finanzkrise aufblühte, geht nun zurück: Am geringsten war nämlich die Neugründungsrate im Gesundheits- und Sozialwesen (6,5%).

Einzelunternehmen legen zu

Im „Produzierenden Bereich” wies der Bau mit 8,4% die höchste Neugründungsrate auf; am niedrigsten war der Anteil der Neugründungen an allen Arbeitgeberunternehmen im Bergbau (1,6%).

Zwei Drittel (62,0%) der 21.000 neuen Arbeitgeberfirmen im Jahr 2016 wurden als Einzelunternehmen gegründet. Auf Kapitalgesellschaften entfielen 24,7%; die restlichen 13,3% der Arbeitgebergründungen machten Personengesellschaften und andere Rechtsformen aus.
86,2% der Arbeitgebergründungen hatten im Jahr der Gründung zwischen einem und vier unselbstständig Beschäftigte, 9,9% wurden mit fünf bis neun unselbstständig Beschäftigten gegründet, lediglich 3,9% entfielen auf Gründungen mit zehn oder mehr Angestellten.

Hauptstadt an der Spitze …

Rund 5.900 (28,4%) der neuen Arbeitgeberunternehmen wurden 2016 in Wien gegründet, gefolgt von Niederösterreich (16,2%), Oberösterreich (13,2%) und der Steiermark (12,5%).

Auf diese vier Bundesländer entfielen rund 70% der Arbeitgebergründungen. Die Neugründungsraten lagen zwischen 6,8% in Vorarlberg und 11,2% in Wien.

… Wissen & Forschung beliebt

Ein für die gesamte heimische Volkswirtschaft bedeutender Trend gibt Hoffnung: Satte 56,5% oder 23.623 der insgesamt 41.790 Neugründungen des Jahres 2016 in Österreich entfielen nämlich auf wissens- und forschungsintensive Unternehmen.

Die überwiegende Mehrheit davon (90,3%) hatte keine unselbstständig Beschäftigten und gehört daher nicht zu den „Arbeitgeberunternehmen”.
7,8% der wissens- und forschungsintensiven Unternehmen hatten im Gründungsjahr ein bis vier unselbstständig Beschäftigte, 1,3% hatten fünf bis neun und 0,7% zehn oder mehr.

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