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Die Rückkehr der Cashmaschine © Österreichische Nationalbank
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Redaktion 05.04.2019

Die Rückkehr der Cashmaschine

Alle großen Unternehmen im Finanzbereich legten – auch dank guter Geschäfte im Osten – feine Gewinne vor.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Das abgelaufene Jahr liefert ein aussagekräftiges Röntgenbild der heimischen Finanzwirtschaft: Alle großen Institute legten, auch dank der Geschäfte im Osten, gute Gewinne vor, bei manchen wurden sogar Rekorde gebrochen.

So zeigte Andreas Treichl, Vorstandsvorsitzender der Erste Group Bank AG, zum Abschied noch einmal, was er kann. In seiner letzten Bilanz als CEO der Bank legte er einen Rekord-Nettogewinn von 1,8 Mrd. € auf den Tisch – knapp ein gewaltiges Drittel mehr als im Jahr zuvor.
„Es ist”, so Treichl, „nicht nur das beste in unserer Geschichte, sondern auch ein Geburtstagsgeschenk an unsere Gründer, die vor 200 Jahren ein Geschäftsmodell entwickelt haben, welches die Region, in der wir heute wieder aktiv sind, stark verändert hat.” Die Dividende wird auf 1,40 € pro Aktie erhöht.

Bei der RBI läuft’s rund …

Auch unterm Giebelkreuz lief’s rund: Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat ihren Konzerngewinn 2018 um 13,8% auf 1,27 Mrd. € angehoben. Das freut auch die Aktionäre, denn der Erfolg wird sich auch in einer von 62 auf 93 ct je Aktie erhöhten Dividende niederschlagen; dafür will die Bank bis zu 306 Mio. € lockermachen.

Besonders fein: Für notleidende Kredite musste im Vorjahr erneut deutlich weniger zur Seite gelegt werden – das heißt, die Zahlungsmoral im RBI-Einzugsgebiet steigt, das Umfeld ist gut. Das ist auch für die zukünftige Geschäftsentwicklung wichtig.
„Wir sind mit dem Geschäftsjahr 2018 sehr zufrieden. Wir haben das sehr gute Vorjahresergebnis deutlich übertroffen, unsere Kapitalquoten signifikant verbessert und die NPL Ratio (Non Performing Loans = faule Kredite; Anm.) gesenkt”, sagte RBI-CEO Johann Strobl. Und, so der RBI-CEO: „Wir können der Hauptversammlung deshalb eine wesentlich höhere Dividende vorschlagen als im vergangenen Jahr.” Die Aktionäre werden sich somit über eine Dividende von 0,93 ct pro Aktie freuen können.

… auch die Bawag legte zu

Der seit Oktober 2017 börsennotierten Bawag Group geht es bestens: Das Institut hat 2018 gut verdient, der Gewinn vor Steuern legte 2018 um 14% auf 573 Mio. € zu. Damit nicht genug, erwartet man auch heuer und 2020 jeweils ein Gewinnwachstum von über sechs Prozent.

Damit diese Ziele erreichbar werden, hat man sich zuletzt auch die Schweizer Zahnärztekasse zugelegt. Mit ihr will man ins Factoring-Geschäft, ein Nischensegment, einsteigen sowie neue strategische Partnerschaften in der Schweiz vorantreiben, so Bawag-Chef Anas Abuzaakouk.
Die Bank will auch ihre Aktionäre verwöhnen und für 2018 eine Dividende von 2,18 € je Aktie, das wären in Summe 215 Mio. € Ausschüttung, auszahlen. Außerdem wird über den Rückkauf von Aktien aktiv nachgedacht, was sich am Ende positiv auf den Kurs auswirken sollte.

Hypo NOE mit Gewinnplus

Auch die Hypo NOE Landesbank für Niederösterreich und Wien hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 deutlich mehr Gewinn geschrieben als ein Jahr davor. Der Konzernüberschuss nach Steuern war mit 36,4 Mio. € um gleich ein Viertel höher als 2017; auch der Zinsüberschuss stieg um 2,8%.

Auf Ebene der Aktiengesellschaft steht für das Vorjahr ein Jahresüberschuss von 25,2 Mio. €, 2017 waren es „nur” 16,9 Mio. € in der Bilanz. Für den Eigentümer, das Land Niederösterreich, bleibt die Ausschüttung aber gleich.
„Mit 1,4 Mrd. Euro konnten wir mehr neue Kredite als im Vorjahr vergeben und sind damit einmal mehr wichtiger Teil des Konjunkturmotors in der Region”, erläutert Wolfgang Viehauser, Vorstand Markt und Sprecher des Vorstandes.

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