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Die ungehobenen Daten-Schätze © PantherMedia / everythingposs

Nur 41% der Versicherungsunternehmen stellen sicher, dass ihre Datenverantwortlichen die organisatorische Daten- und Analytics-Strategie auf die allgemeine Geschäftsstrategie abstimmen.

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Nur 41% der Versicherungsunternehmen stellen sicher, dass ihre Datenverantwortlichen die organisatorische Daten- und Analytics-Strategie auf die allgemeine Geschäftsstrategie abstimmen.

Redaktion 04.02.2022

Die ungehobenen Daten-Schätze

Nur wenige Versicherer nutzen Daten für den eigenen Wettbewerbsvorteil – die „Großen” sind im Vorteil.

WIEN. Versicherer stützen sich im zunehmend volatilen Markt verstärkt auf Daten, um Risiken angemessen zu erfassen, zu bewerten und zu managen. So nutzen 40% der Versicherungsunternehmen Daten, um neue Märkte zu erschließen.

43% der Versicherer haben ihre Risikoalgorithmen auf der Basis von Daten aktualisiert und weiterentwickelt. Dies geht aus der neuen Studie „The data-powered insurer: Unlocking the data premium at speed and scale” des Capgemini Research Institute hervor.

Wozu die Daten dienen

Gemäß der Studie setzen Versicherungsunternehmen Daten ein, um neue Produkte und Lösungen zu entwerfen, Services mit Mehrwert zu entwickeln, die Interaktion mit Kunden zu intensivieren und sie stärker zu binden sowie um umfassende Einblicke in Risiken und deren versicherungstechnische Bewertung zu ermöglichen. Mithilfe von Daten erschließen über 40% der Versicherer neue Märkte für sich, verlagern ihren Schwerpunkt von Absicherung auf Prävention und überdenken ihre versicherungsmathematischen Annahmen.

Risikoalgorithmen angepasst

Darüber hinaus nutzen 43% von ihnen Echtzeitdaten, um versicherungsstatistische Modelle zu aktualisieren, während etwa ein Drittel Daten zur Modellierung neuer Risiken nutzt.

Rund 43% der Assekuranzen haben ihre Risikoalgorithmen in den letzten zwei Jahren aktualisiert und weiterentwickelt. Infolgedessen können rund 39% der Versicherer ihre Risikoselektion und Tarifierung als fakten- und datenbasiert bezeichnen. Nur 18% der Versicherer verfügen sowohl über die technologische Kompetenz als auch über die Unternehmenskultur und die Verhaltensmuster, um datengetriebene Programme erfolgreich einzusetzen und Wettbewerbsvorteile aus den wachsenden Datenvolumina zu ziehen.

Vorteil für die „Data Masters”

Diese „Data Masters” sind deutlich größer als ihre Wettbewerber. Die meisten von ihnen erwirtschaften einen Umsatz von über 20 Mrd. USD. Darüber hinaus haben 61% dieser großen Versicherer Daten-Initiativen in mehreren Sparten umgesetzt oder sogar bereits signifikante Transformationserfolge mit Blick auf Wettbewerbsvorteile, Marktanteil und andere Kennzahlen erzielt.

Unter den kleineren Versicherern trifft dies auf nur 16% zu. Ein wesentlicher Grund für diese Kluft könnte darin liegen, dass kleinere Unternehmen unzureichend in die technologische Modernisierung investieren sowie häufiger als große Versicherer mit Herausforderungen durch Altsysteme und monolithische Architekturen zu kämpfen haben.
Von ihren Wettbewerbern in der Versicherungsbranche heben sich die Data Masters in einigen Schlüsselbereichen ab: Fast alle (97%) haben Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) geschaffen, um externen Organisationen Zugang zu firmeneigenen Daten zu ermöglichen – gegenüber nur 36% ihrer Mitbewerber.

Schneller und genauer

Fast 90% der Data Masters können zudem externe Quellen leicht mit ihren Plattformen verknüpfen, um einen Austausch zum beiderseitigen Vorteil zu etablieren. Dadurch können 39% dieser Unternehmen Schäden schneller und genauer regulieren.

„Klassische Versicherer müssen zunehmend mit Konkurrenz von InsurTechs, BigTechs und Herstellern rechnen”, sagt Sebastian Kollmann, Capgemini Österreich. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen sie einen datenbasierten Ansatz, der ihnen hilft, Marktanteile zu halten, Schlüsselkennzahlen zu verbessern und präzise Risikoanalysen zu erstellen.”
Vorreiter sind die großen Versicherer, während kleinere ihre IT-Landschaft noch anpassen müssen. (rk)

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