FINANCENET
Düsteres Bankbarometer © Ricardo Herrgott

emotion banking-Geschäftsführerin und Studienherausgeberin Barbara Aigner.

© Ricardo Herrgott

emotion banking-Geschäftsführerin und Studienherausgeberin Barbara Aigner.

Redaktion 01.04.2016

Düsteres Bankbarometer

Die Aussichten sind nicht rosig, meint man bei emotion banking: „Wir stehen vor einem Banken-Tsunami”.

WIEN. Seit über zehn Jahren misst man bei emotion banking den Puls der heimischen Bankenbranche. Die aktuellen Ergebnisse sind nicht beruhigend: Erst einmal gehen die Banker für 2016 von einer Verschlechterung der heimischen Wirtschaftslage aus.

Verglichen mit der Einschätzung der vergangenen zwölf Monate, wo kein einziger Banker eine Verbesserung zum Vorjahr sah, wirkt die Zukunft jedoch etwas rosiger. Immerhin 6,7% betrachten das abgelaufene allgemeine Wirtschaftsjahr positiver als jenes zuvor. Für die kommenden zwölf Monate vergrößert sich diese Einschätzung sogar auf 23,8%, während die Zahl der Pessimisten von 40,9% auf 30,5% sinkt. Damit dominieren aber noch immer die Pessimisten.
Die Ertragssituation der Banken selbst wird weiterhin sehr kritisch beurteilt; hier stehen bei der Prognose für das laufende Jahr 6,7% Optimisten 67,4% Pessimisten gegenüber. Optimistischer wird es, wenn es um das eigene Institut geht – da erwarten sich immerhin 49% eine Steigerung des Geschäftsvolumens, 38,6% ein besseres Provisionsergebnis und 33,3% eine Steigerung der Bilanzsumme. 90% der befragten Banker erwarten sich im heurigen Jahr von den digitalen FinTech-Angreifern spürbare Marktgewinne auf dem heimischen Finanzplatz. Dies entspricht einer Steigerung von 52% gegenüber dem Vorjahr. 57,4% erwarten spürbar weniger Frequenz in den Filialen, 87,2% eine Zunahme bei Mobile Banking und App Nutzung, 54,9% eine Zunahme der Kommunikation über digitale Kanäle.
„Wir stehen vor einem Banken­tsunami, denn es scheint, als wären der EU genau jene Bankstrukturen ein Dorn im Auge, die die Finanzkrise 2008 am besten gemeistert haben. Der regulatorische Aufwand folgt nicht dem Prinzip der Proportionalität und bestraft somit die kleinen Strukturen der heimischen Finanzwirtschaft. Dass aber auch eine Unicredit kein Garant für Ertrag ist, wird geflissentlich übersehen”, kommentiert emotion banking-Geschäftsführerin und Studien­herausgeberin Barbara Aigner.

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