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Ertragskaiser Bank Austria © APA/Herbert Neubauer

Die Bank Austria glänzt mit einer hervorragenden 2015er-Bilanz.

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Die Bank Austria glänzt mit einer hervorragenden 2015er-Bilanz.

12.02.2016

Ertragskaiser Bank Austria

Starker Abgang: Die letzte Bilanz, die das Institut in alter Größe vorlegt, zeigt hervorragende Zahlen.

WIEN. Wer nach den Querelen in der Bank Austria rund um den Abgang von CEO Willibald Cernko dachte, das Institut wäre geschwächt, wird jetzt eines Besseren belehrt: Die Bank erwirtschaftete mit der letzten Bilanz in alter Größe für das Jahr 2015 einen Gewinn von 1,325 Mrd. Euro.

Ohne Ostgeschäft hätte man im vergangenen Jahr einen Gewinn von schätzungsweise etwas mehr als einer halben Milliarde Euro eingefahren, die Bilanzsumme rund 105 bis 110 Mrd. betragen.
Jetzt beträgt die Bilanzsumme 193,6 Mrd. Euro (plus 2,4 Prozent) Diese Zahlen sind auf jeden Fall noch Cernko zuzuschreiben. Um so undurchsichtiger werden die Gründe für seinen Abgang – am Ertrag kann es nicht liegen. Ende 2016 geht das Ostgeschäft – der wichtigste Ertragsbringer der Bank – an die Mailänder Muttergesellschaft UniCredit. Und dort fliegen die Hackeln zurzeit ordentlich tief: Die UniCredit hat nämlich im vergangenen Jahr unter dem Strich 1,7 Mrd. Euro verdient, das sind 15,6 Prozent weniger als 2014. Diese Zahlen wurden vor jenen der Bank Austria veröffentlicht und lösten alles andere als Wohlbefinden bei den Großaktionären aus.
Denn die Aktien der Bank gerieten unmittelbar nach der Veröffentlichung der Zahlen ordentlich unter Druck: Sie gaben knapp fünf Prozent nach; der Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um knapp 45 Prozent eingebrochen. Unicredit-Aktien zählen beim aktuellen Banken-Bashing an den europäischen Börsen zu den größten Verlierern.

Ghizzoni unter Druck

Und so feuerte einer der Aktionäre aus allen Rohren: „Der jetzige Chef Federico Ghizzoni ist zwar ein guter Banker, aber vielleicht braucht die Bank heute so radikale Veränderungen, dass diese nur über Diskontinuität erreicht werden können”, ließ der italienische Unternehmer Leonardo Del Vecchio – er hält knapp zwei Prozent der Anteile an dem Mailänder Kreditinstitut – gegenüber der Zeitung La Repubblica verlauten. Wird Willibald Cernkos letzte Bilanz vielleicht auch die letzte von Ghizzoni....? (rk)

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