FINANCENET
Es geht aufwärts © Agenda Austria

Heike Lehner.

© Agenda Austria

Heike Lehner.

Redaktion 02.07.2021

Es geht aufwärts

Die Wirtschaft erholt sich durch die Öffnungsschritte – Experten erwarten ein starkes Wachstum noch heuer.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Die Pandemie scheint sich – Delta-Variante hin oder her – ihrem vorläufigen Ende zu nähern.

Das Infektionsgeschehen geht zurück, und auch die Konjunktur gewinnt wieder an Fahrt, der aufkeimende Optimismus ist allerorts spürbar. Allerdings wird es noch dauern, bis Österreichs Wirtschaft das Vorkrisenniveau wieder erreicht hat. Berechnungen des unabhängigen Think-Tanks Agenda Austria zufolge wird das erst wieder Mitte 2022 so weit sein (siehe Grafik). Ein Vergleich mit ausgewählten Krisen macht deutlich, dass Österreich nur nach der Finanzkrise noch länger gebraucht hat, um wirtschaftlich an das Vorkrisenniveau anschließen zu können.

Die Wirtschaft atmet auf

Österreichs Wirtschaft brauchte damals mehr als drei Jahre, um sich wieder zu erholen. In den Jahren 2020 und 2021 entstehen Kosten in Höhe von 100 Mrd. €, wie Agenda Austria-Ökonomin Heike Lehner vorrechnet.

„Um die Verluste wieder aufholen zu können, muss die neue Normalität einen starken Wirtschaftsaufschwung bringen. Man sieht bereits, wie die Wirtschaft durch die Öffnungsschritte aufatmet. Der Rückzug des Staats und das Auslaufen der Wirtschaftshilfen sind die nächsten logischen Schritte”, so Lehner.

Die Welt atmet auf

Das Aufatmen geht rund um den Globus: Weltweit haben sich die wirtschaftlichen Aussichten seit der letzten Prognose deutlich verbessert, meldet das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung, Wifo.

Dies hat auch Folgen für die erwartete Erholung in Österreich. Vorlaufindikatoren deuten auf den Beginn einer Hochkonjunkturphase, die 2021 vorwiegend von der günstigen Industriekonjunktur getragen wird. 2022 wird der Tourismus überproportional zum heimischen Wirtschaftswachstum beitragen. Nach dem Rückgang im Vorjahr (–6,3%) erwartet das Wifo für 2021 und 2022 ein reales BIP-Wachstum von vier bzw. fünf Prozent.

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