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Handlungsbedarf! © APA/Roland Schlager

WunschlisteBundeskanzler Kurz und Vizekanzler Strache sollen einiges „liefern”, verlangt Verag-GF Marcel Mittendorfer (unten).

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WunschlisteBundeskanzler Kurz und Vizekanzler Strache sollen einiges „liefern”, verlangt Verag-GF Marcel Mittendorfer (unten).

Paul Christian Jezek 19.01.2018

Handlungsbedarf!

Experte Marcel Mittendorfer fordert zahlreiche Änderungen bei vielen Rahmenbedingungen für die Assekuranzen.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Die Versicherungswirtschaft sei „ein manchmal ungeliebter, aber in entscheidenden Bereichen schützender Pfeiler der Gesamtwirtschaft ebenso wie persönlicher Risiken”, sagt Marcel Mittendorfer, geschäftsführender Gesellschafter der Maklerkanzlei Verag GmbH.

„Es handelt sich um einen wichtigen Wirtschaftszweig, für den wir auch Wünsche an die Politik formulieren wollen – umso mehr, als erstmals ein ehemaliger Versicherungsmanager neuer Finanzminister geworden ist.”

Die Wünsche im Detail

Zunächst regt Mittendorfer an, die allgemeine Versicherungssteuer komplett abzuschaffen und damit die Eigenvorsorge der Österreicher unmittelbar zu unterstützen – wobei sogar ein massiver Verwaltungsaufwand bei der Steuererhebung wegfallen würde.

Weiters schlägt Mittendorfer eine Reform der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge vor. „Die komplizierten Anforderungen an die Veranlagung können aufgrund der umfangreichen, von den Anbietern zu leistenden Garantien völlig entfallen.” Am einfachsten wäre die Ausweitung der Förderung auf beliebige Formen der Lebensversicherung in Form der Rentenversicherung.
Zusätzlich sollte die vor Kurzem ermöglichte steuerliche Förderung der Übertragung von Kapital aus Zukunftsvorsorgeverträgen in eine Pflegeversicherung durch eine wesentlich sinnvollere Förderung ersetzt werden. Mittendorfer: „Innerhalb des bestehenden Maximalrahmens sollte man den Bürgern freistellen, ob sie die staatliche Förderung für eine Pensions- oder eine Pflegeversicherung nutzen möchten.”

Weitere Kritikpunkte

Aktuell sind Makler und Berater in Versicherungsangelegenheiten „unecht umsatzsteuerbefreit”. Praktisch bedeutet das, dass diese Branche wie ein Konsument „brutto” zahlt – „ein grober und unerklärlicher Nachteil, dem kein Vorteil gegenübersteht”, kritisiert Mittendorfer.

Darüber hinaus sollte Österreich aktiv auf die Realisierung des Binnenmarkts für Versicherungen hinarbeiten. „Verhindert wird das derzeit vor allem durch das Pochen der Nationalstaaten auf ihre Steuerprivilegien – dieser Ablieferungswahnsinn von Versicherungssteuern auf grenzüberschreitende Verträge verhindert aktiv den Binnenmarkt und gehört dringend beendet!”

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