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Kartoffelsuppe statt Sekt und Kaviar © Panthermedia.net/Photographee.eu
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reinhard krémer 01.03.2019

Kartoffelsuppe statt Sekt und Kaviar

Österreicher rechnen mit trockenem Brot in der Pension – Butter und Wurst sollen von privater Vorsorge kommen.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Das Thema „Rente” ist für Österreicher heikel – und es zeigt sich: Die Austro-Pensionisten der nächsten Generationen sind diesbezüglich nicht besonders optimistisch. Diese Ergebnisse brachte die International Survey der ING.

Die Bank hat Menschen in 13 europäischen Ländern sowie den USA und Australien zu den Erwartungen und Einstellungen zum Pensionssystem und ihren Pensionen befragt.

Keine ruhiges Rentnerleben

Der Überblick: Fast die Hälfte geht davon aus, in der Pension etwas dazuverdienen zu müssen. Immerhin ein Viertel glaubt, den Lebensstandard als Rentner halten zu können. Und ein guter Teil der Befragten denkt, bis ans Lebensende zu arbeiten.

Dabei wurde eines klar: Das typische, ruhige Rentnerdasein scheint für viele subjektiv außer Reichweite. Länderübergreifend meinte etwa jeder Zweite, dass seine Pension nicht ausreichen bzw. ein Zuverdienst notwendig werden wird.

Mit 63 in Pension …

Die Ergebnisse im Detail – so sieht die durchschnittliche erwartete Perspektive von Frau und Herrn Österreicher aus. Mit 63 erwarten die in Österreich repräsentativ Befragten – Frauen wie Männer – im Schnitt in Pension gehen zu können.

56% machen sich Sorgen, mit ihrer Rente nicht auszukommen und 46% gehen davon aus, etwas dazuverdienen zu müssen.

… und dann weiterarbeiten

54% sind es vergleichsweise im europäischen Schnitt, die von einem notwendigen Zuverdienst ausgehen.

12% der Österreicher meinen sogar, bis an ihr Lebensende zu arbeiten – der Europa-Schnitt liegt hier mit 11% geringfügig darunter.

Zweifel am gewohnten Niveau

Ihren Lebensstandard glauben nur 25% der Österreicher halten zu können; im Europa-Schnitt rechnen hierbei 26% mit einem Leben auf gewohntem Niveau.

Das staatliche Pensionssystem halten 53% der Österreicher für unzureichend.

Frauen pessimistischer

Wenig überraschend ist hierbei der deutliche Unterschied zwischen Männern und Frauen: 49% der Männer und 57% der Frauen sind dieser Ansicht.

Insgesamt 43% meinen sogar weniger herauszubekommen, als sie einbezahlt haben.

Private Vorsorge gefragt

Doch die zukünftigen Pensionisten sehen noch einen Ausweg aus dem eventuell drohenden Dilemma: 52% der Befragten, nämlich 54% der Männer und 50% der Frauen, gaben an, mittels Sparen oder Pensionsversicherungen privat Vorsorge treffen zu wollen.

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