FINANCENET
Millionen-Grenze geknackt © Aleksandra Pawloff

Tschütscher, Moser sehen die Bank „aus der Mitte der Gesellschaft heraus” gut im Kurs.

© Aleksandra Pawloff

Tschütscher, Moser sehen die Bank „aus der Mitte der Gesellschaft heraus” gut im Kurs.

18.09.2015

Millionen-Grenze geknackt

Bei der Bank für Gemeinwohl wurde nun um eine Million Euro Genossenschaftskapital gezeichnet.

WIEN. Das Projekt „Bank für Gemeinwohl (BfG)” hat 1 Mio. Euro an gezeichnetem Genossenschaftskapital überschritten; bis Ende September sollen 1,35 Mio. Euro geschafft sein. Seit 2010 arbeitet nach eigenen Angaben ein rund 100-köpfiges Team an der Entwicklung der Bank, unter ihnen auf ehrenamtlicher Basis auch viele Bankprofis und Managementexpert/-innen, die einen Wandel am österreichischen Finanzmarkt bewirken möchten.

Mitentscheiden, aber ...

Die in Gründung befindliche BfG wird sich auf die ursprünglichen Aufgaben einer Bank besinnen: Spareinlagen, Kredite und Zahlungsverkehr. Dazu zählen Girokonten, Bankomat- und Kreditkarten. Spekulative Produkte und von der Realwirtschaft abgekoppelte Finanzvehikel werden strikt abgelehnt. Fairness, Transparenz und Partizipation stehen im Zentrum des Tuns, wie es heißt. Die Kunden werden einen umfassenden Einblick erhalten in das, was mit ihrem Geld geschieht und auch mitentscheiden können. Die Alternativbank wird nicht gewinnorientiert agieren, sondern die gemeinwohlorientierte Realwirtschaft fördern.

... Zinsverzicht erwünscht

Unternehmen und Projekte, an die die BfG Kredite vergibt, wird sie hinsichtlich ihrer Gemeinwohl­orientierung überprüfen. Bevorzugt werden Investitionen in Ökologie, Soziales, Erneuerbare Energie, Kultur, alternative Wohnprojekte usw. – je gemeinwohlorientierter ein Projekt ist, umso günstiger soll der Kredit sein. Um das finanzieren zu können, werden die Sparer zum Zinsverzicht eingeladen.

Unter der Leitung von Innovationsmanagerin Christine Tschütscher und Robert Moser, langjährigem Bankenmanager in Tirol, wurde eine freie, stetig wachsende Genossenschaft errichtet, die die für die Banklizenzierung erforderlichen sechs Mio. Euro bereitstellt. Bis Ende 2016 sollen rund 40.000 Genossenschafter ein Kapital von ca. 15 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Anfang 2017 soll dann die eigentliche Bank eröffnen. (lk)

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