FINANCENET
„Perlen” von weit her © Stephen Morrison / EPA / picturedesk.com

Zu den Unternehmen, die Comgest-Fondsmanagerin Besedina gefallen, zählen SafariCom, Vinamilk und Concor.

© Stephen Morrison / EPA / picturedesk.com

Zu den Unternehmen, die Comgest-Fondsmanagerin Besedina gefallen, zählen SafariCom, Vinamilk und Concor.

23.10.2015

„Perlen” von weit her

Die Investment-Boutique Comgest hat einen Fonds in petto, bei dem in Wachstumstitel aus Emerging und Frontier Markets angelegt wird.

••• Von Linda Kappel

WIEN. „Anleger rechnen mittlerweile auf unbegrenzte Zeit mit schwachem Wirtschaftswachstum. Dabei übersehen sie tendenziell das attraktive strukturelle Wachstumspotenzial, das in den Schwellenländern entsteht, wenn Reformen und Abwertungen die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität wiederhergestellt haben”, meint Galina Besedina, die den Comgest Growth GEM Promising Companies (ISIN: IE00B1VC7227) im Team managt.

Stock Picker à la Buffett

Als Stock Picker habe man daher gute Chancen, dieses Potenzial zu erkennen und entsprechend umzusetzen, sagt Besedina. Sie sucht weltweit Unternehmen mit starken Bilanzzahlen, einer starken Marktmacht, die Mitbewerbern die Latte sehr hoch legen, mit guten operativen Erfolgen und langfristig mehr als 10% Gewinnwachstum je Aktie p.a. Besedina: „Wir wollen die Aktien so lang wie möglich im Portfolio haben.”

Der Aktienfonds sei in Titel von an die 20 Länder investiert, der geografische Fokus liegt mit den Haupt-Gewichtungen Indien (15%), China (12%), Hongkong (11%), Russland (8%), Brasilien (7,7%), Südafrika (6%) und Mexiko (5,7%), Taiwan (3,3%) eindeutig auf den Emerging Markets (EM) und Frontier Markets (die neuen Schwellenländer in der zweiten Reihe sozusagen).

Auch griechische Titel im Depot

UK ist mit 3,9% gewichtet, die USA mit 2,7% – und: Auch griechische Titel (mit Gewichtung 3,4%) finden sich im Depot. Für die Börsen war der September trotz des Verzichts der US-Fed auf eine Zinsanhebung ein schwacher Monat. Der Fonds wickelte sich daher analog zum MSCI Emerging Markets Index im September leicht negativ, wobei die Positionen in Indien und in einigen der Frontier-Märkte wie Kenia und Vietnam einen positiven Beitrag leisteten, wird präzisiert. Auf drei Jahre gesehen, betrug die jährliche Performance 3,7%, die Volatilität lag bei 14,12% – der Fonds eignet sich daher als Beimischung eher für erfahrenere Anleger.

Titel, die für Besedina in die engere Wahl kommen, sind etwa Magnit, ein russischer Einzelhandelskonzern mit Firmensitz in Krasnodar mit mehr als 5.500 Supermärkten, über 100 Hypermärkten und fast 500 Drogeriemärkten an insgesamt über 1.500 Standorten in Russland. „Das Unternehmen hat eine der besten Margen im Einzelhandel”, schwärmt Besedina. „Es sollte gut performen, egal, wie das Umfeld aktuell ist,”
Auch der chinesische eCommerce-Händler Vipshop Holdings gefällt ihr gut. Der Anteil an small- und mid cap-Unternehmen, also klein- und mittelgroßen marktkapitalisierten Unternehmen, kann im Fonds recht hoch sein.

Traditionelle Comgest-Themen

Die traditionellen Comgest-Themen sind die wachsende Mittelschicht in EM, von denen etwa eine brasilianische Via Varejo oder eine vietnamesische Vinamilk profitieren sollten. Infrastruktur ist ein weiteres Mega-Thema mit Playern wie Concor (Indien) und cityexpress (Hotel-Developer in Mexiko).

Im Bereich Gesundheitswesen gebe es in den EM ebenfalls starkes Wachstum, so etwa bei Discovery, einem Health Care- und Versicherungsunternehmen in Süd­afrika.
Ein weiteres Versicherungs- und Health Care-Unternehmen ist die OdontoPrev mit Zähnen als Schwerpunkt.
Als „Technology Leaders” hat Besedina Novatek, einen privaten russischen Energiekonzern, SafariCom (Handy-Netzbetreiber, Kenia) und Weifu Group identifiziert.
Bei Comgest ist das Thema Nachhaltigkeit stark verankert: „Bei Comgest sind Manager auch Researcher in Personalunion”, erklärt Besedina. „Zwei unabhängige ESG-Analysten (Anm.: ESG = „Environment Social Governance”) wachen jedoch darüber, dass auch diese Kriterien in einem gewissen Ausmaß eingehalten werden und der ,normale' Analyst sich nicht allzusehr in ,seine' Aktien verliebt.”

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL