Runter vom Gas
© OeNB
Die Oesterreichische Nationalbank ortet für heuer eine schwächere Konjunkturentwicklung.
FINANCENET Redaktion 14.06.2019

Runter vom Gas

OeNB-Prognose: Das international schwächer werdende Umfeld bremst auch Österreichs Konjunktur.

WIEN. Die heimische Wirtschaft tritt das Gaspedal etwas weniger durch: Die nachlassende internationale Konjunktur bremst das Wirtschaftswachstum in Österreich, die anhaltend dynamische Binnennachfrage wirkt einem stärkeren Abschwung aber entgegen, meldet die Oestereichische Nationalbank OeNB in ihrer aktuellen „Gesamtwirtschaftlichen Prognose”. Nach den beiden Hochkonjunkturjahren 2017 und 2018, in denen das Wirtschaftswachstum bei jeweils 2,7% lag, wird sich das BIP-Wachstum im Jahr 2019 merklich auf 1,5% abschwächen, so die Nationalbanker.

Brexit, China und Autos

Hintergrund: Die internationale Konjunktur hat sich im Laufe des Jahres 2018 deutlich eingetrübt, wozu insbesondere die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China beigetragen hat.

Darüber hinaus bremsen die anhaltenden Schwierigkeiten der deutschen Industrie, insbesondere der deutschen Autoindustrie, die Wirtschaftsentwicklung in Europa. Auch die Unsicherheit rund um den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und die Ausgestaltung der künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU führte zu einem erhöhten Risiko der Wirtschaftsakteure bzw. der Unternehmen – daraus folgt eine gedämpfte Investitionsnachfrage.
Der Sog erfasst alle: Auch die USA und die – nach wie vor im Vergleich zum Euroraum überdurchschnittlich wachsenden – CESEE-Staaten können sich nicht von der weltweiten Entwicklung entkoppeln. Dies schwächt das globale Importwachstum im Jahr 2019; dämpfende Effekte treffen die heimische Exportwirtschaft. Hier liegen die Absatz- und Produktionserwartungen nunmehr nahe oder bereits unter ihren langfristigen Durchschnittswerten.

Nach Pause wieder aufwärts

Für die beiden kommenden Jahre erwartet die OeNB eine leichte Verbesserung, das Wachstum des realen BIP wird jeweils 1,6% betragen. Das bedeutet eine Abwärtsrevision gegenüber der OeNB-Prognose vom Dezember 2018 um 0,5 Prozentpunkte für das Jahr 2019, um 0,3 Prozentpunkte für das Jahr 2020 sowie um 0,1 Prozentpunkte für das Jahr 2021. (rk)

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