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Shop till you drop – Unternehmen kaufen ein © Panthermedia.net/Depositedhar
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Redaktion 18.01.2019

Shop till you drop – Unternehmen kaufen ein

Auslandsinvestitionen heimischer Firmen nahmen deutlich zu – Deutschland ist dabei ein beliebtes Ziel.

••• Von Reinhard Krémer

Nach zwei Rekordjahren in Folge hat sich der österreichische Transaktionsmarkt merklich 2018 abgekühlt. Die Anzahl der Übernahmen mit österreichischer Beteiligung ging 2018 um 6,1% auf 324 Deals zurück, wie die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY meldet.

Auch bei den Transaktionsvolumina* gab es einen Rückgang von 14,7 auf 7,9 Mrd. €. Doch der Rückgang erfolgt auf einem hohen Niveau, denn ausschlaggebend dafür ist die Halbierung sogenannter Megadeals mit einem Volumen von über einer Mrd. € von vier auf zwei. Im Vorjahr flossen allein beim Kauf der Buwog durch Vonovia rund 5,6 Mrd. €.

Appetit auf rot-weiß-rot

Der größte Deal des Jahres mit österreichischer Beteiligung fand im Ölsektor statt: Die OMV investierte rund 1,2 Mrd. € in 20% der Konzessionen für zwei Offshore-Ölfelder der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC).

Doch es floss auch wieder viel Geld in die Alpenrepublik, wie der 7. österreichische M&A-Index von EY zeigt: Für die Übernahme des niederösterreichischen Licht- und Elektronikspezialisten ZKW Holding zahlte der koreanischen Elektronikkonzern LG rund 1,1 Mrd. €.
Komplettiert werden die Top-3 der Deals des Jahres 2018 mit der Übernahme des steirischen Kühltruhenherstellers AHT Cooling Systems GmbH durch den belgischen Klimatechnik-Spezialisten Daikin Europe um 881 Mio. €.

Der Gusto nahm zu

Heimische Unternehmen schlugen im vergangenen Jahr deutlich öfter bei ausländischen Unternehmen zu: Die Anzahl der Übernahmen in der Kategorie „Outbound” stieg 2018 um 16 Deals an – ein Plus von beachtlichen 13,8%.

„Die Struktur der österreichischen Wirtschaftslandschaft befeuert Übernahmen ausländischer Unternehmen. Viele heimische Nischenmarktführer und hochspezialisierte Unternehmen können nur im Ausland wachsen und richten ihren Blick daher auf attraktive Übernahmeziele jenseits der Landesgrenzen. Die Integration in ein starkes Europa ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg heimischer Unternehmen”, so Robert Hufnagel, Partner und Leiter M&A Advisory bei EY Österreich. Deutschland ist für österreichische Investoren mit großem Abstand das attraktivste Investitionsziel – 44,7% aller Deals tätigten heimische Unternehmen im Nachbarland.
Weitere 40,2% der M&A-Deals schlossen Österreichs Unternehmen mit dem Rest von Europa ab; innereuropäische Deals sind mit 84,9% somit klar das bevorzugte Investitionsziel der österreichischen Käufer.

Weniger Käufe im Inland …

Gleichzeitig ging das Interesse an österreichischen Unternehmen im vergangenen Jahr deutlich zurück. Die Anzahl der Übernahmen durch ausländische Investoren („Inbound”) sank um neun Deals oder 6,8%. Innerhalb Österreichs („Domes­tic”) gab es 28 Deals weniger – ein starker Rückgang um 29%.

Wie schon im Vorjahr gehen mit 32,5% die meisten Käufe von österreichischen Unternehmen auf das Konto deutscher Investoren. Weitere 39,8% der Übernahmen wurden von Investoren aus anderen europäischen Ländern getätigt – insgesamt hatten 2018 damit 72,4% aller Investoren in Österreich ihren Sitz in Europa.

… Industrie beliebtestes Ziel

Nachdem in den letzten beiden Jahren die meisten Transaktionen im Immobiliensektor getätigt wurden, stehen heuer Industrieunternehmen ganz oben in der Gunst der Investoren. Insgesamt gab es 2018 im Industriebereich 81 Transaktionen mit österreichischer Beteiligung.

Dahinter folgen Unternehmen aus dem Technologie- (73) und Immobilienbereich (72). Bei den veröffentlichten Transaktionsvolumina liegt der Immobiliensektor mit 2,4 Mrd. € hingegen immer noch knapp vor der Industrie mit 1,9 Mrd. €.

Starke Signale

„Das starke Wirtschaftsjahr 2018 war auch ein starkes Transaktionsjahr für die österreichische Industrie. Erstmals gab es wieder die meiste Aktivität im Industriesektor, der eine große Bedeutung als Motor der heimischen Wirtschaft hat. Diese Entwicklung wird anhalten: Industrieunternehmen sind mitten in der digitalen Transformation und müssen sich neu aufstellen, um digitale Fertigungstechnologien zu implementieren oder ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln. Dafür sind und bleiben Übernahmen ein probates Mittel”, so EY-Experte Hufnagel.

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