Sparen tut weh
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Online-Banking wird für den Wertpapierkauf immer wichtiger: Schon 13% setzen darauf, 70% wollen lieber einen Berater.
FINANCENET Redaktion 18.10.2019

Sparen tut weh

Erste-Studie zeigt: Massive Kaufkraftverluste für Sparer durch geringe Einlagen-Zinsen und die Inflation.

WIEN. Noch immer freut sich das Sparbuch hierzulande großer Beliebtheit, wie eine aktuelle Imas-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen zeigt: 76% der Österreicher geben an, dass ihnen das Thema Sparen wichtig ist.

Doch obwohl der Wert fast genauso hoch ist wie vor zehn Jahren (–3%), liegt die tatsächliche Sparquote im Lande deutlich niedriger. Während 2009 noch 11,4% vom frei verfügbaren Einkommen gespart wurden, liegt der Wert heute bei nur mehr 7,4%.

Verlustgeschäft

Doch Sparen schadet dem Börsel: Laut Oesterreichischer Nationalbank liegen bei österreichischen Banken über 260 Mrd. € auf gering verzinsten Produkten, um 27% mehr als noch 2009. Doch wegen der geringen Einlagen-Zinsen und der in manchen Jahren hohen Inflation verlieren die Österreicher seit 2015 (nach Abzug der Inflation) 14,7 Mrd. € an Kaufkraft.

„Hätten die Österreicher in den letzten fünf Jahren nur zehn Prozent davon nicht aufs Sparbuch, sondern in Aktien angelegt, hätten sie sieben Mrd. Euro an zusätzlichen Erträgen erwirtschaften können”, sagt Peter Bosek, CEO der Erste Bank.
Die Sparmotive sind bei den Österreichern jedenfalls weitgehend unverändert: Der Notgroschen ist und bleibt seit zehn Jahren die Nummer eins mit 82% (–2%).
Ein alarmierender Rückgang ist beim Thema Altersvorsorge zu sehen: „Nur mehr 40 Prozent wollen dafür Geld zur Seite legen, 2009 waren es noch 56 Prozent – das ist angesichts der steigenden Lebenserwartung keine gute Entwicklung”, sagt Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank.

Konsumlust steigt

Für Urlaubsreisen wollen 31% sparen (+9%) und für größere Anschaffungen wie Haus, Wohnung oder Auto 49% (+7%). Bei den Sparformen gibt es in den Top-3 keine Veränderung: Sparbuch (76%), Bausparer (58%) und Lebensversicherungen (40%) bleiben die beliebtesten Anlageformen.

Die größte Steigerung gibt es in den letzten zehn Jahren bei Wertpapieren: 29% (+12%) investieren in diese Anlageklasse; 24% (+5%) der 900 Befragten haben eine staatlich geförderte Pensionsvorsorge. (rk)

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