FINANCENET
Unsere Unternehmen haben die Nase vorn © Panthermedia.net/Everythingposs
© Panthermedia.net/Everythingposs

Redaktion 06.09.2019

Unsere Unternehmen haben die Nase vorn

EU-Spitzenwerte: Die heimischen Top-30-Betriebe lassen viel Geld für Forschung & Entwicklung springen.

••• Von Reinhard Krémer

Gern wird gejammert, dass Österreich bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) hinten liegt. Jetzt zeigt eine aktuelle Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, dass dies nicht die Faktenlage widerspiegelt. Denn der Wirtschaftsstandort Österreich braucht sich in puncto Forschungsintensität in Relation zu Gesamteuropa nicht zu verstecken: Die 30 börsennotierten Unternehmen in Österreich mit den höchsten F&E-Ausgaben haben ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren deutlich und kontinuierlich gesteigert.

Anstieg um sieben Prozent

2018 stiegen diese um sieben Prozent; gleichzeitig sank die durchschnittliche F&E-Intensität leicht um 0,3%. Dies ist auf das starke Umsatzwachstum von zehn Prozent im Vergleich zu den F&E-Ausgaben zurückzuführen.

Europaweit stieg die F&E-Intensität marginal von 4,9% auf fünf Prozent.
Die Innovationsfreudigkeit spiegelt sich auch in den Ausgaben wider, die für Forschung und Entwicklung getätigt wurden: Während die 30 österreichischen Spitzenreiter 2013 noch 690 Mio. € investierten, waren es im Jahr 2018 bereits 1,217 Mrd. € – fast eine Verdoppelung der Ausgaben.

ams führt bei F&E-Ausgaben

Das Ranking der Unternehmen mit den höchsten Ausgaben für Forschung und ­Entwicklung führt die ams AG aus dem steirischen Premstätten an; der weltweit tätige Technologiekonzern investierte 2018 239 Mio. € in Innovationen, das ist eine Steigerung von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

An zweiter Stelle reihte sich die voestalpine ein, die 2018 152 Mio. € ausgab (+ 8% gegenüber dem Vorjahr), gefolgt von S&T, die 123 Mio. € investierte – rund sieben Prozent mehr als 2017 und damit genau im Durchschnitt.

IT-Bereich liegt vorn

In Österreich führt Fabasoft den Bereich F&E-Intensität an, also in der Höhe des Anteils der F&E-Ausgaben am Umsatz – mit Ausgaben in Höhe von 24,1% des Umsatzes im Geschäftsjahr 2018.

An zweiter und dritter Stelle platzieren sich ams (16,8%) sowie Kapsch TrafficCom (14,9%), gefolgt von S&T und AT&S. Die Top Fünf werden also ausschließlich von IT-Unternehmen belegt.
Den sechsten Platz sichert sich mit Zumtobel Lighting GmbH ein Unternehmen aus dem Industriesektor; das Vorarlberger Unternehmen, spezialisiert auf Lichttechnik, investierte 6,1% seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Internationaler Druck

„Die IT-Branche investiert gut jeden achten Euro in Forschung und Entwicklung, also 12,7 Prozent. Der starke Wandel durch die Digitalisierung ist vor allem im Bereich Informationstechnologie, aber auch im Industriesektor spürbar, daher müssen nicht nur Global Player, sondern auch österreichische Unternehmen schneller reagieren und Innovationen vorantreiben, um am Markt bestehen zu können”, so Gunther Reimoser, Country Managing Partner EY Österreich.

Während in Österreich die Sparten Informationstechnologie, Industrie und Bergbau/Metallgewinnung am meisten in F&E-Projekte investieren, dominieren weltweit gesehen Pharmakonzerne sowie Biotechnologie die Reihung. Mit einer F&E-Intensität von 37,1% ist der US-amerikanische Pharma­konzern Celgene federführend.

Forschung bringt Erfolg

Speziell im Bereich Informationstechnologie zeigte sich deutlich der Zusammenhang zwischen überdurchschnittlicher F&E-Intensität und einer hohen EBIT-Marge: Unternehmen mit besonders hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung erzielten durchschnittlich eine EBIT-Marge von 14,7%.

Konzerne mit unterdurchschnittlicher F&E-Intensität erreichen nur eine EBIT-Marge von 11,7 Prozentpunkten. Daraus lässt sich schließen, dass innovativere Unternehmen auch erfolgreicher sind, sagt Gunther Reimoser.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL