HEALTH ECONOMY
Ärzte für Impfpflicht © APA/dpa-Zentralbild/Ralf Hirschberger

Die WHO stuft die sinkende Impfbereichtschaft als eine der größten globalen Gesundheitsgefahren ein.

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Die WHO stuft die sinkende Impfbereichtschaft als eine der größten globalen Gesundheitsgefahren ein.

Redaktion 12.04.2019

Ärzte für Impfpflicht

Die Impfmüdigkeit wird zum Gesundheitsrisiko. Ärzte – aber auch Internetkonzerne – bremsen Impfkritiker ein.

WIEN. Die Österreichische Ärztekammer schaltet sich in die Debatte über die Impfmüdigkeit der Bevölkerung und die damit wieder steigende Zahl an Erkrankungen wie Masern, Keuchhusten und Co ein. Die Ärzte fordern nun offiziell eine generelle Impfpflicht bezüglich aller im Österreichischen Impfplan empfohlenen Immunisierungen. Ein entsprechender Beschluss erfolgte am Mittwoch mehrheitlich im Vorstand der Österreichischen Ärztekammer. Auf die Art möglicher Konsequenzen habe sich der Vorstand nicht festgelegt, sagte Ärztekammer-Sprecher Hans-Peter Petutschnig.

Änderung im Ärztegesetz

In einem weiteren, ebenfalls mehrheitlich erfolgten Beschluss forderte die Österreichische Ärztekammer außerdem, die Impfbefugnis auf alle Ärzte mit jus practicandi zum Arzt für Allgemeinmedizin oder Facharzt auszuweiten. Damit würde die Fachbeschränkung der Impfbefugnis für Kinder- und Jugendärzte auf unter 18-Jährige wegfallen und Kinderärzten wäre es zukünftig möglich, begleitende Angehörige gleich mitzuimpfen. Einen entsprechenden Änderungs­antrag zum Ärztegesetz an den Gesetzgeber will man demnächst einbringen: Unmittelbar nach Ostern werde es ein Gespräch zwischen Ärztekammer und Gesundheitsministerium geben, bei dem die Ärztekammer auch das Thema Impfpflicht vorbringen wird, erklärte der Sprecher.

Internetkonzerne bremsen

Falschmeldungen und Gerüchte rund um Impfungen sorgen weltweit immer wieder für Krankheitsausbrüche, Epidemien und Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation hat Impfgegner sogar zu einer der zehn größten globalen Gesundheitsbedrohungen erklärt. Jetzt gehen auch Internetplattformen wie Pinterest, YouTube und Facebook, aber auch Amazon vor und wollen verstärkt gegen Fehlinformationen über Impfungen vorgehen. Pinterest hat seinen Umgang mit impffeindlichen Inhalten geändert: Bestimmte Suchanfragen zu Impfungen werden blockiert. Auch Nutzerkonten mit irreführenden Inhalten wurden gesperrt. „Wir wollen, dass Pinterest ein inspirierender Platz für Menschen ist, und an Fehlinformationen ist nichts Inspirierendes”, hieß es in einer Unternehmensmitteilung. (red)

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