HEALTH ECONOMY
Ärzte: Gehaltsstreit wird unendliche Geschichte
Martin Rümmele 03.04.2015

Ärzte: Gehaltsstreit wird unendliche Geschichte

Arbeitszeiten Nach Spitalsärzten und Pflegepersonal begehren jetzt auch niedergelassene Ärzte auf

Neue Verordnung zur Ärzteausbildung geht in Begutachtung – Ziel ist mehr Praxis.

Die Ärzteschaft macht weiterhin Druck auf die Politik. Sie fordert bessere Arbeitzeiten und mehr Geld.

Wien. Die Ärzteschaft und die Spitalsbetreiber drehen weiter an der Eskalationsschraube. Die Stadt Wien hat nun das ausverhandelte, aber bei den Ärzten umstrittene, Arbeitszeitpaket beschlossen. Die Ärzte protestieren indes weiter dagegen. Nach dem Pflegepersonal, das ebenfalls von der Neuordnung der Arbeitszeiten betroffen ist, machen nun auch die niedergelassenen Ärzte Druck. Denn werden Patientenströme aus den teuren Spitälern in den ambulanten Bereich verlagert, könnte es bei niedergelassenen Ärzten mit eigener Praxis zu Engpässen kommen.

Debatten unter Ärzten

Die Ärztekammer läuft nun gegen Deckelungen und Degressionen im niedergelassenen Bereich Sturm. Die „willkürlichen Begrenzungen” bei der Verrechnung mit den Krankenkassen führten zu Engpässen in der Patientenversorgung, klagte Vizepräsident Johannes Steinhart. Dies werde nun virulenter, weil die Spitäler sich auf ihren Kernbereich zurückziehen, meinte er.Steinhart nannte einige Beispiele. So können Allgemeinmediziner die „ausführliche diagnostisch-therapeutische Aussprache” nur in 18 Prozent der Fälle verrechnen, Gynäkologen die Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust in maximal 15 Prozent. „Es sind Beschränkungen gegeben, die dem Bedarf in keiner Weise entsprechen”, so Steinhart.Ähnlich argumentierte Radiologen-Obmann Friedrich Vorbeck. Deckelungen seien für die Kassenpatienten außerordentlich nachteilig. Die Wartezeit auf eine Magnet-resonanztomografie (MRT) betrage dadurch bis zu zwölf Wochen. Auch in der Physikalischen Medizin sind die Probleme groß, schilderte Fachgruppenobmann Friedrich Hartl. Seine Schalterkräfte benötigten bereits psychologische Supervision, um die Aggression der abgewiesenen Patienten zu ertragen.Ganz einig ist sich die Ärzteschaft aber nicht. Denn neben der Ärztekammer will auch die neugegründete und selbsternannte Ärztegewerkschaft Asklepios mitreden. Doch hier blockt etwa die Stadt Wien ab. Für die Gemeinde kämen nur gesetzliche oder freiwillige kollektivvertragliche Interessensvertretungen als Verhandlungspartner infrage, sagt Stadträtin Sonja Wehsely.

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