HEALTH ECONOMY
Apotheken kämpfen © APA/Helmut Fohringer

Apotheken haben auch weiterhin geöffnet; Einrichtungen in Einkaufszentren spüren allerdings deutliche Rückgänge.

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Apotheken haben auch weiterhin geöffnet; Einrichtungen in Einkaufszentren spüren allerdings deutliche Rückgänge.

Redaktion 03.04.2020

Apotheken kämpfen

Nach einem Ansturm zu Beginn der Coronakrise lässt die Nachfrage jetzt auch bei den Apotheken deutlich nach.

WIEN. Der Österreichische Apothekerverband erwartet wegen der teils stark rückläufigen Kundenzahlen Kurzarbeit in manchen Apotheken. Nach einem „Rekordansturm” in der ersten Woche nach der Einführung der Coronavirus-Einschränkungen herrsche nun mancherorts, vor allem in Apotheken in Einkaufszentren, eine Flaute, hieß es im Lagebericht des Verbandes vom Montag. „Es ist zu erwarten, dass auch einzelne Apotheken das Kurzarbeitsmodell der Regierung in Anspruch nehmen müssen, um die Arbeitsplätze zu sichern, was sich aber nicht auf die Öffnungszeiten der Apotheken auswirken wird”, teilte der Apothekerverband mit. Der Apothekerverband ist die Vertretung der selbstständigen Apotheker – also der Apothekenbesitzer.

Gut etabliert hat sich mittlerweile die Zustellung von Arzneimitteln an Personen, die keine Apotheken besuchen können oder dürfen. Dieses Service sei an vielen Orten von den Gemeinden oder von Hilfsorganisationen übernommen worden, es werde auch eine Kooperation mit der Initiative „Team Österreich” von Rotem Kreuz und Hitradio Ö3 etabliert. Zudem helfen wie berichtet die Außendienstmitarbeiter von Pharmaunternehmen aus. Wo solche Zustellungen nur mit kostenpflichtigen externen Dienstleistern möglich sind, greift der Apothekerverband den Mitgliedern finanziell unter die Arme, sagte Apothekerverbandspräsident Jürgen Rehak.

Probleme mit e-Rezept

Auch die Rezeptausstellung per E-Mail oder Fax durch Hausärzte funktioniere gut. Kritik gab es hingegen am sogenannten e-Rezept-Light, das der Dachverband der Sozialversicherungsträger kurzfristig hochgefahren hat, um niedergelassenen Ärzten zu ermöglichen, Patienten tele­medizinisch zu betreuen. „Hier gibt es noch erhebliche Anlaufschwierigkeiten, die den Apotheken enorme Zusatzleistungen und Rechercheaufgaben abverlangen. Nach der Corona-krise gilt es, die in diesen Wochen gesammelten Erfahrungen zu verwenden, um das System des e-Rezepts nachhaltig zu optimieren”, forderte der Apothekerverband. Die von den Kassen geschaffene Möglichkeit, das Rezept mittels E-Mail oder Fax an die vom Patienten ausgewählte Apotheke zu schicken, funktioniere hingegen problemlos, bilanzierte Rehak. (red)

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