HEALTH ECONOMY
BIA Separations ist auf Wachstumskurs © BIA Separations (2)

BIA Separations wächst derzeit als Pharmalieferant mit der boomenden Gentech-Branche.

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BIA Separations wächst derzeit als Pharmalieferant mit der boomenden Gentech-Branche.

Redaktion 13.07.2018

BIA Separations ist auf Wachstumskurs

Der österreichisch-slowenische Pharmazulieferer BIA Separations profitiert vom Boom der Biotech-Branche.

••• Von Martin Rümmele

LAIBACH/WIEN. Die Gentechnologie gilt als Zukunftshoffnung der Pharmabranche. Immer mehr neue Medikamente kommen aus diesem Bereich, zahlreiche Pharmakonzerne beteiligen sich an Start-ups. Zuletzt hat auch der Pharmariese Novartis zugeschlagen und den Gentherapie-Spezialisten Avexis für 8,7 Mrd. USD übernommen.

Schlüsseltechnologie

Von der Avexis-Übernahme und dem generellen Boom der Gentherapie-Szene profitiert auch das österreichisch-slowenische Unternehmen BIA Separations mit Sitz in Ajdovscina, südwestlich von Laibach. Das Unternehmen bietet Pharma- und Biopharmaunternehmen Schlüsseltechnologien in der Bioprozess- und Gen-Medizin. Denn nicht nur die Erforschung neuer Medikamente ist aufwendig, sondern auch deren Produktion. BIA Separations entwickelt und produziert, vereinfacht dargestellt, spezielle Filter, die für die Separation von Biomolekülen aus entsprechenden Produktionsflüssigkeiten notwendig sind. 20 Jahre nach der Gründung des Unternehmens gehören zu den Kunden die namhaftesten Hersteller im Bereich biotechnologischer Medikamente, sagt Gründer und CEO Ales Strancar.

Die mithilfe von BIA hergestellten, monoklonalen Antikörper und rekombinanten Therapien werden etwa in der Krebstherapie, bei Störungen der Blutgerinnung, Antibiotikaresistenzen und anderen Bereichen eingesetzt. Das weltweite Marktvolumen für die „intelligenten Filter” schätzt Strancar auf rund drei Mrd. €; er geht davon aus, dass es sich aufgrund des Wachstums der Gentherapie in den kommenden zehn Jahren mehr als verdoppeln wird. „In der Entwicklung und klinischen Phase brauchen Kunden etwa fünf Filter pro Jahr. Wird dann ein Medikament zugelassen und produziert, werden fünf Filter pro Woche gebraucht”, erklärt Strancar.

Wechselhafte Geschichte

Dabei war die jüngste Vergangenheit des Unternehmens nicht einfach. Eine der Eigentümergesellschaften, die österreichische Finanzholding BIA Separations GmbH, war in Schieflage geraten und ist mittlerweile in Konkurs. Als Gesellschafterin hatte sie durch das Fälligstellen von Forderungen die Zerschlagung der slowenischen BIA d.o.o. betrieben. Damit ist sie aber aufgrund eines nachhaltigen Sanierungsplans des Managements und des Engagements neuer slowenischer und österreichischer Investoren sowie des Mitwirkens von Gläubigern, die Verbindlichkeiten in Anteile wandelten, gescheitert. Erst vor kurzem hat das Gericht in Laibach die Fortführung des Unternehmens rechtskräftig genehmigt, die neuen Investoren sind nun auch Eigentümer. Womit die Zukunft von BIA gesichert ist und von Brancheninsidern äußerst positiv bewertet wird.

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