HEALTH ECONOMY
Corona als Turbo © FOPI/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Gabriela Kornek (AKH), Christa Wirthumer-Hoche (Ages), Bernhard Ecker (FOPI) und Ulrike Holzer (Pro Rare) zogen Bilanz.

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Gabriela Kornek (AKH), Christa Wirthumer-Hoche (Ages), Bernhard Ecker (FOPI) und Ulrike Holzer (Pro Rare) zogen Bilanz.

Redaktion 04.06.2021

Corona als Turbo

Pharmafirmen zogen Bilanz über neue Medikamente im Jahr 2020; Corona brachte Anstieg an Neuzulassungen.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Die Medizinmarktaufsicht der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages MEA) und das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI) haben am Montag ihre Arzneimittel-Innovationsbilanz gezogen. Das Fazit: Trotz Pandemie konnten 2020 mehr neue Wirkstoffe in Europa zugelassen werden als 2019, darunter vor allem zahlreiche Medikamente gegen Krebs. Gleichzeitig wurde alles aufgeboten, um der Covid-19-Pandemie Herr zu werden.

Jahr der Innovationen

39 Medikamente sind im Vorjahr in der EU und damit in Österreich neu zugelassen worden. Darunter waren der erste Covid-Impfstoff und der ursprünglich gegen Ebola entwickelte Wirkstoff Remdesivir, der zur Behandlung von schwerer Covid-19 freigegeben wurde. Christa Wirthumer-Hoche von der Ages hob zudem vier innovative Medikamente bei seltenen Erkrankungen von Kindern hervor. Seit 2012 gab es insgesamt 337 Neuzulassungen und damit im Schnitt 37,4 pro Jahr. Im Vorjahr kamen elf neue Mittel zur Krebsbehandlung auf den Markt. Die weiteren Arzneimittel umfassten Therapiegebiete wie Multiple Sklerose, Influenza, HIV, Rheumatoide Arthritis und das Cushing-Syndrom.

Rasche Zulassungen

„2020 war ein Jahr der Innovationen”, sagte Wirthumer-Hoche. „Noch nie wurden so rasch Impfungen oder Medikamente entwickelt. Noch nie gab es so viele Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungszentren und noch nie war die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Zulassungsbehörden so eng und konstruktiv.” Auch die EU-Arzneimittelbehörde EMA habe ihre Abläufe „revolutioniert und die Zulassungsprozesse markant verkürzt”, erläuterte die Expertin, die auch Vorsitzende des EMA Management Boards ist.

„Forschung ist mit Risiko verbunden, Forschung ist mit hohen Kosten verbunden und braucht Ausdauer”, sagte FOPI-Präsident Bernhard Ecker. „Nur ein bis zwei Substanzen von 10.000 schaffen es bis zur Marktreife.” Die Gesamtkosten für die Entwicklung eines neuen Medikaments würden steigen und könnten bis zu 2,2 Mrd. € betragen.

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