HEALTH ECONOMY
Corona senkt die Lebenserwartung © PantherMedia/HayDmitriy

Mehr Alte Österreichs Bevölkerungwächst. Die Pandemie hat allerdings die durchschnittliche Lebenserwartung gedrückt.

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Mehr Alte Österreichs Bevölkerungwächst. Die Pandemie hat allerdings die durchschnittliche Lebenserwartung gedrückt.

Redaktion 23.04.2021

Corona senkt die Lebenserwartung

Rund 7% der Sterbefälle 2020 gehen auf die Pandemie zurück. Die Lebenserwartung ist dadurch zurückgegangen.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Erstmals seit den 60er-Jahren ist die Lebenserwartung in der Europäischen Union im Jahr 2020 coronabedingt wieder gesunken. Wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilte, verzeichneten die meisten EU-Staaten einen Rückgang der durchschnittlichen Lebenserwartung, in Österreich sank diese im Vergleich zu 2019 um 0,7 Jahre (von 82,0 auf 81,3 Jahre). Männer waren in den meisten EU-Staaten vom Rückgang der Lebenserwartung 2020 etwas stärker betroffen als Frauen. Für Österreich weist die Statistik eine Verkürzung der durchschnittlichen Lebensdauer bei Männern von 79,7 Jahren im Jahr 2019 auf 78,9 Jahre aus.

Herbst brachte Höhepunkt

Besonders viele Tote forderte das Coronavirus in der zweiten Pandemiewelle im Herbst. Während Österreich noch vergleichsweise glimpflich durch die erste Welle im Frühjahr gekommen war, schnellten nach dem Sommer zuerst die Infektionen und dann auch die Sterbefälle hoch. Zu Jahresende verzeichnete die Statistik Austria so viele Sterbefälle wie seit 1983 nicht mehr. Von 90.517 Toten waren 2020 7,2% auf das Coronavirus zurückzuführen. Die statistische Lebenserwartung sank um ein gutes halbes Jahr – so viel wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen 1951.

Nach der vorläufigen Sterbestatistik starben im Vorjahr 90.517 Menschen in Österreich; 6.477 davon waren Todesfälle an Covid-19. Bei weiteren 1.382 Gestorbenen kam Covid-19 als Begleiterkrankung zu einem schweren Grundleiden dazu. „Die höhere Sterblichkeit im Jahr 2020 geht zweifellos auf die Corona-Pandemie zurück”, konstatierte Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Im Vorjahr starben in Österreich um 7.131 Menschen oder um neun Prozent mehr als 2019, als 83.386 Todesfälle in Österreich registriert wurden. „Zum Zeitpunkt der zweiten Corona-Welle übertraf die Covid-Sterblichkeit sogar die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen, die in den vergangenen Jahren mit Abstand für die meisten Sterbefälle verantwortlich waren”, sagte Thomas. Insgesamt ereignete sich knapp die Hälfte, nämlich 48% aller Todesfälle, im Vorjahr im Krankenhaus. Unter den coronabedingten Sterbefällen wurden allerdings 73% in Spitälern verzeichnet.

Über den Erwartungen

Mit einem leichten Anstieg der Sterbefälle rechnete die Statistik Austria für 2020 auch ohne Pandemie; davon sei wegen der gestiegenen Bevölkerungszahl und wegen Veränderungen in der Altersstruktur auszugehen gewesen. Die Bevölkerungsprognose im Herbst 2019 ging von 85.075 Sterbefällen für 2020 aus. Die tatsächlichen Zahlen übertrafen die Prognose um 5.442 Sterbefälle beziehungsweise 6,4%.

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