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Covid-19: Blutplasma soll helfen – Aufruf zu Spende © APA/AFP/AiIzar Raldes
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Redaktion 26.06.2020

Covid-19: Blutplasma soll helfen – Aufruf zu Spende

Blutplasma wird in der Medizin breit verwendet; Antikörper von Covid-19-Genesenen sollen im Coronakampf helfen.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Noch gibt es kein Medikament gegen Covid-19. „Antikörper, die genau gegen dieses Virus gerichtet sind, sind aber vorhanden”, betonte Gerda Leitner, interimistische Leiterin der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin der MedUni Wien, am Montag in einem Pressegespräch (siehe unten). Und aus diesem Plasma lässt sich eine Therapie machen. Heimische Plasmaunternehmen, darunter auch Takeda und BioLife, haben sich im Kampf gegen das Coronavirus zusammengeschlossen, um sich gemeinsam auf die Entwicklung und die Bereitstellung eines sogenannten Hyper-Immunglobulins gegen Covid-19 zu konzentrieren. Die Entwicklung erfordert die Plasmaspende von vielen Personen, die sich vollständig von Covid-19 erholt haben und deren Blut Antikörper enthält, die das neuartige Coronavirus bekämpfen können. Nach der Sammlung wird dieses Plasma zu Produktionsstätten transportiert, wo es einem etablierten Verfahren unterzogen wird. „Je mehr Plasma wir sammeln, desto schneller kann eine mögliche Therapie zur Verfügung gestellt werden”, sagt Monika Maria Wiesner, Leitung der Unternehmenskommunikation, PR und Public Affairs, bei BioLife Europa.

Ganz grundsätzlich ist Blutplasma der flüssige Bestandteil des Blutes, der dem Transport der Blutzellen dient. Im Plasma sind unzählige Stoffe, die zu einer Vielzahl von Therapien verarbeitet werden, die für die Behandlung von Patienten mit einer Reihe seltener, lebensbedrohlicher und genetisch bedingter Krankheiten unerlässlich sind. Die Spende ist ganz unkompliziert – ähnlich wie beim Blutspenden. Allerdings wird nur der flüssige Teil, also das Blutplasma, entnommen, die restlichen Bestandteile fließen in den Körper zurück.

Stark in Österreich

BioLife ist Teil des Pharmakonzerns Takeda. Dessen Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung neuer Behandlungsoptionen. BioLife betreibt fast 200 Plasmaspendezentren weltweit – 30 Zentren befinden sich in Europa, zwölf davon in Österreich. Takeda wiederum betreibt in Österreich eine wichtige Produktionsstätte von Medikamenten aus Blutplasma.

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