HEALTH ECONOMY
Die vierte Welle könnte erneut Probleme machen © APA/Helmut Fohringer
© APA/Helmut Fohringer

Redaktion 27.08.2021

Die vierte Welle könnte erneut Probleme machen

Infektions- und Spitalszahlen steigen wieder. Experten sehen die vierte Coronawelle bereits angekommen.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Einen dringenden Corona-Impfappell hat die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) veröffentlicht. Man betreue bereits drei mal so viele Intensivpatienten als im Vorjahr zur gleichen Zeit, sagte ÖGARI-Präsident Walter Hasibeder vom Krankenhaus St. Vinzenz in Zams. „Wer sich impfen lässt, ist optimal gegen schwere Krankheitsverläufe geschützt.”

Starker Anstieg

„Allein in den vergangenen drei Wochen hat sich die Zahl der stationär aufgenommenen Erkrankten mit schwerem Covid-Verlauf verdreifacht, jene auf den Intensivstationen verdoppelt”, betonte Hasibeder. Betroffen sind nach Informationen aus Krankenhäusern derzeit vor allem jüngere Menschen. Das müsste nicht sein, sagt er. „Es liegen inzwischen umfassende Daten aus aller Welt vor, die klar belegen, dass bei Vollimmunisierung gegen SARS-CoV-2 das Risiko eines schweren Verlaufs verschwindend gering ist. Unsere Erfahrungen an den österreichischen Intensivstationen decken sich mit den Studien.” Intensivpflichtige Geimpfte mit Covid-19 „sind die absolute Ausnahme”, betroffen seien Menschen, die an angeborenen oder erworbenen Immundefekten leiden. Anderslautende Gerüchte, wie sie in Sozialen Medien kursieren, seien „schlicht und einfach Fake News”, so der ÖGARI-Präsident. Die aktuelle Impfquote von knapp 57% müsse unbedingt erhöht werden, sagte Hasibeder. „Jede und jeder, die oder der nicht geimpft ist, wird sich letztlich infizieren. Und niemand kann den klinischen Verlauf und die gefährlichen Folgeerkrankungen einer Infektion im Einzelfall vorhersehen.”

Dritte Dosis wird begrüßt

Dass das Gesundheitsministerium einen klaren Plan für den „dritten Stich” im Herbst aufgesetzt habe, wurde begrüßt. „Wir wissen aus internationalen Daten, dass vor allem bei älteren Menschen nach einer bestimmten Zeit die Antikörpertiter wieder sinken”, so Hasibeder. „Wollen wir also im kommenden Winter nicht wieder gerade in dieser besonders vulnerablen Gruppe vermehrt schwere Verläufe sehen, ist die Auffrischung sehr wichtig.”

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