HEALTH ECONOMY
Digital hilft sparen © PantherMedia/Andriy Popov

Der Ausbau von e-Health-Angeboten soll die Versorgung verbessern und gleichzeitig Kosten senken, sagen Ökonomen.

© PantherMedia/Andriy Popov

Der Ausbau von e-Health-Angeboten soll die Versorgung verbessern und gleichzeitig Kosten senken, sagen Ökonomen.

Redaktion 14.05.2021

Digital hilft sparen

Studie zeigt: Die Digitalisierung könnte die ­Gesundheitskosten um 14% jährlich senken. Wie das geht, ist umstritten.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Durch den Einsatz digitaler Technologien könnten im österreichischen Gesundheitswesen bis zu 4,7 Mrd. € jährlich eingespart werden. Das größte Nutzenpotenzial bieten dabei Online-Interaktionen etwa zwischen Ärzten und Patienten sowie die Umstellung auf papierlose Datenverarbeitung durch die einheitliche elektronische Patientenakte oder e-Rezepte. Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie des Beratungsriesen McKinsey & Company. Der Konzern hat für die Studie auf Basis von mehr als 500 internationalen Forschungsdokumenten das Verbesserungspotenzial von 26 digitalen Gesundheitstechnologien in Österreich analysiert.

Kritik am Spargedanken

Der Vorstoß sorgt allerdings für Diskussionen innerhalb des Gesundheitswesens. Zwar ist spätestens seit der Pandemie und den gewählten Lösungen im Bereich e-Health wie Telekonsultationen, das Potenzial digitaler Lösungen unumstritten, die Verknüpfung mit dem Spargedanken sorgt aber für Unmut.

Die Ärztekammer reagiert ob solcher Aussagen alarmiert. „Das ist ein weiterer Versuch von Gesundheitsökonomen, bei hochqualifiziertem Personal zu sparen”, kritisiert Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer. Telemedizin und Apps könnten die durchgehende Betreuung von Patienten unterstützen, aber sie könnten keinesfalls den Arzt ersetzen, betont er: „Natürlich ist die Telemedizin gerade während der Pandemie eine hervorragende Lösung, die Patienten weiter betreuen zu können, aber auch die digitalen Möglichkeiten sind enden wollend.”

Hilfe für niedergelassene Ärzte

Etwas anders sieht dies die Kurie der niedergelassenen Ärzte, die zuletzt ein Zukunftsprogramm vorgelegt hat; darin enthalten ist der Ausbau der Digitalisierung „als sinnvolle Unterstützung für Arzt und Patient”. Beispiele sind elektronisch übermittelte Rezepte, Krankschreibung per Telefon oder E-Mail, Online-Konsultationen von Ärzten, elektronischer Impfpass, etc. Das Thema wird in jedem Fall für weitere Debatten sorgen. Die Industriellenvereinigung will dieser Tage auch ein Digitalisierungskonzept vorlegen.

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