HEALTH ECONOMY
Digitalisierung baut Medizin stark um © PantherMedia/Gorodenkoff

ForschungDie Entwicklung von Medikamenten durch den Einsatz neuer Technologien bringt rasch neue Therapien, sagen Experten.

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ForschungDie Entwicklung von Medikamenten durch den Einsatz neuer Technologien bringt rasch neue Therapien, sagen Experten.

Redaktion 07.12.2018

Digitalisierung baut Medizin stark um

Mit großen Schritten werden e-Health und Digitalisierung das Gesundheitssystem verändern.

••• Von Karina Schriebl

WIEN. Die Pharmaindustrie macht es längst: Sie setzt digitale Tools ein für die Entwicklung neuer Medikamente. Die Folge ist, dass in immer rascherer Folge immer innovativere Therapien entwickelt werden. Doch das allein reicht noch nicht aus. Beim Pharmariesen Boehringer Ingelheim gibt es etwa ein eigenes digitales Labor für neue Projekt mit dem Titel „BI X”. Man suche nach neuen Geschäftsmodellen im digitalen Umfeld für Boehringer, sagt „BI X”-Chef Heiko Schmidt in einem Agentur-Interview.

Das Labor, in das die Ingelheimer zum Start rund zehn Millionen Euro gesteckt haben, arbeite mit allen Konzernbereichen zusammen. Ziel sei es, in kurzer Zeit neue Ideen auf technische Umsetzbarkeit und potenziellen Nutzen zu prüfen und binnen weniger Monate funktionsfähige Prototypen zu entwickeln. Bei Künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten Teams auch an Möglichkeiten, lernende Algorithmen für die bessere Diagnose von Krankheiten einzusetzen. Was am Ende auf den Markt kommt, ist noch nicht absehbar.

Silicon Valley mit dabei

Weltweit sind zudem die Erwartungen an Sensortechnologien, Wearables und die Digitalisierung und Vernetzung von Daten zur Gesundheit und Gesundheitsversorgung hoch gesteckt – zu Recht. Versprechen doch neue mobile Technologien Empowerment von Bürgern und Patienten, bessere Diagnosemöglichkeiten, effizientere Therapien, neues Wissen über Krankheiten und nicht zuletzt dringend erforderliche Kosteneinsparungen. Entsprechend groß sind die Investitionen, die derzeit in die Zukunft der Medizin und den Bereich Digital Health fließen. Das Silicon Valley macht es vor: Facebook-Gründer Marc Zuckerberg will in den kommenden Jahren etwa mehr als drei Mrd. USD in die Entwicklung neuer Therapien stecken und Medizin und die IT-Branche vernetzen. Auch Apple engagiert sich mit den verschiedensten Apps und Möglichkeiten der digitalen Uhr in diesem Bereich. So soll etwa die neueste Version auch den Herzrhythmus messen und EKGs schreiben können.

In Wien diskutierten Experten dieser Tage unter dem Titel „Robotics, A. I. und Deep Learning. Ein Diskurs zu Chancen und Herausforderungen der Medizin 5.0” darüber, wie die digitale Transformation alle Bereiche des Lebens erfasst. Das Pharmaunternehmen Sanofi nahm seine diesjährige, traditionelle „Soirée” zum Anlass, um über die Entwicklungen zu diskutieren.

Sicherheitsaspekte

Auf der Expertentagung der Österreichischen Plattform Patientensicherheit wurden wiederum Projekte und Strategien zur Frage „Macht Digitalisierung unser Gesundheitssystem sicherer?” präsentiert. Dabei wurde auch über rechtliche, ethische und soziale Aspekte diskutiert.

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