HEALTH ECONOMY
Druck im Homeoffice © PantherMedia/matej kastelic

Forscher der Uni Wien fordern klarere Regeln im Hinblick auf Arbeitszeit, Erreichbarkeit und Kontrolle im Homeoffice.

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Forscher der Uni Wien fordern klarere Regeln im Hinblick auf Arbeitszeit, Erreichbarkeit und Kontrolle im Homeoffice.

Redaktion 27.11.2020

Druck im Homeoffice

Unklare Arbeitszeiten und ständige Erreichbarkeit werden zur Belastung für Beschäftigte im Homeoffice, zeigt eine Studie.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Für viele Beschäftigte entwickelt sich die Arbeit im Homeoffice offenbar zur Belastung. Für sie ist etwa die Arbeitszeit selbst nicht klar geregelt und sie werden auch abseits der vereinbarten Erreichbarkeit regelmäßig kontaktiert. Zum Teil kann auch von ihrem Unternehmen elektronisch kontrolliert werden, wann sie arbeiten, zeigt eine durchgeführte Erhebung des Instituts für Soziologie an der Uni Wien.

Unklare Arbeitszeiten

Für die Untersuchung wurden knapp 500 Personen befragt, die ab April 2020 im Homeoffice arbeiteten. Dabei wurde vielfach eine „unternehmensgesteuerte Entgrenzung der Arbeitszeit” geortet. 40% der im Homeoffice Arbeitenden wurde etwa von ihren Arbeitgebern nicht klar kommuniziert, wann sie erreichbar sein sollen. Fast die gleiche Anzahl, nämlich 41% gaben an, dass sie auch außerhalb der vereinbarten Arbeitszeit beziehungsweise üblichen Bürozeiten tatsächlich regelmäßig kontaktiert wurden. Der gleiche Prozentsatz fühlte sich verpflichtet, außerhalb der vereinbarten Arbeitszeit erreichbar zu sein, berichtet die Uni Wien.

Apropos Arbeitszeit: Für eine knappe Mehrheit ist diese zumindest in einem gewissen Ausmaß individuell gestaltbar. Für 53% war eine Arbeitszeit beziehungsweise Kernarbeitszeit genau festgelegt, 83% konnten sich aber wenigstens einen Teil selbst flexibel einteilen. „Es kann zum Beispiel sein, dass jemand eine Kernarbeitszeit von 10 bis 15 Uhr hat, aber sich den Rest frei einteilt”, so der Soziologe Jörg Flecker.
Eher wenig Infos bekamen die Beschäftigten über die gesunde Gestaltung ihres Arbeitsplatzes: Nur rund ein Drittel gab an, dazu mit Informationen versorgt oder beraten worden zu sein. Häufiger gab es die Möglichkeit, von einem Techniker der Firma bei der Einrichtung des Home­office unterstützt zu werden – immerhin konnte etwas mehr als die Hälfte diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Umgekehrt blieben doch 47% ohne technische Unterstützung.
Die Forscherer orten aufgrund der Ergebnisse einen erhöhten Bedarf an Regulierung bezüglich Arbeitszeit, Erreichbarkeit und Kontrolle.

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