HEALTH ECONOMY
Engpässe vermeiden © Oliver Miller-Aichholz

„Die Medizinprodukte-Branche ist Wirtschaftsfaktor und Innovations­treiberin”, betont Austromed-Präsident Gerald Gschlössl.

© Oliver Miller-Aichholz

„Die Medizinprodukte-Branche ist Wirtschaftsfaktor und Innovations­treiberin”, betont Austromed-Präsident Gerald Gschlössl.

Redaktion 04.12.2020

Engpässe vermeiden

Die Medizinprodukte-Branche fordert Maßnahmen für mehr Versorgungssicherheit; Austromed legt „Weißbuch” vor.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Die Coronakrise habe Schwächen im österreichischen Gesundheitssystem offengelegt, was die Versorgung mit Medizinprodukten betrifft. Diese Zwischenbilanz legte die Medizinprodukte-Branche am Montag vor und richtete in einem „Weißbuch Medizinprodukte” Forderungen an die Politik, um künftig Engpässe zu vermeiden.

Kritik an Preisdruck

Alltägliche Güter für Gesundheitseinrichtungen wie medizinische Schutzausrüstung waren beziehungsweise seien teilweise noch immer Mangelware oder nicht qualitätsgesichert verfügbar, so die Interessensvertretung Austromed. Das sei auch eine Konsequenz aus dem steigenden Preisdruck auf Hersteller und Händler, der globalisierte Produktions- und Beschaffungsprozesse und damit lange Lieferketten zur Folge habe. Außerdem fehle in Österreich ein bundesweites Konzept für eine Pandemie-Bevorratung.

„Mit besserer Planung, veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen und engerer Abstimmung zwischen allen Stakeholdern lassen sich Versorgungsengpässe und Qualitätsmängel, wie wir sie 2020 erlebt haben, vermeiden – im Pandemiefall, aber auch im Regelbetrieb”, sagte Austromed-Präsident Gerald Gschlössl.
Im „Weißbuch Medizinprodukte” erhebt die Austromed eine Reihe von Forderungen. In Sachen Versorgungssicherheit müsse die Branche künftig stärker eingebunden werden, sowohl bei der Vorbereitung auf Pandemien als auch im Ernstfall. Beschaffer und Lieferanten sollten auf Augenhöhe agieren. „Hohe Qualitätsstandards und wechselseitige Verpflichtungen in Beschaffungsverfahren steigern deren Fairness und die Versorgungssicherheit”, hieß es dazu. Die Pandemie-Lagerhaltung dürfe nicht auf Kosten von Industrie und Handel erfolgen, von einer Einbindung der Medizinprodukte-Branche könne das gesamte Gesundheitssystem profitieren.
Die Branche erzielte im Vorjahr 9,1 Mrd. € Umsatz; indirekt – also inklusive Vorleistung, Konsum und Investitionen – lagen die volkswirtschaftlichen Effekte bei 16,7 Mrd. €. Darüber hinaus sichert die Branche (direkt und indirekt) etwa 56.000 Arbeitsplätze.

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