HEALTH ECONOMY
Engpass bremst © APA/AFP/Alfredo Estrella

Personalengpässe belasten das Gesundheitswesen zunehmend. Jetzt werden Angebote reduziert.

© APA/AFP/Alfredo Estrella

Personalengpässe belasten das Gesundheitswesen zunehmend. Jetzt werden Angebote reduziert.

Redaktion 25.11.2022

Engpass bremst

Personalnot im Gesundheitsbereich führt zu Schließungen in Kliniken. Ausländisches Personal soll nun helfen.

••• Von Martin Rümmele

WIEN/GRAZ. Akuter Ärztemangel führt in der Südsteiermark zu Einschnitten in der medizinischen Versorgung: Die Abteilung für Innere Medizin am Standort Bad Radkersburg des LKH Südsteiermark wird ab dem 1. Dezember auf eine dislozierte Tagesklinik mit reduzierten Öffnungszeiten umgestellt. Die Weiterführung der restlichen Abteilungen – Orthopädie, Anästhesiologie, Intensivmedizin und Radiologie – seien gesichert, teilte die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft Kages mit. Zuvor gab es wie berichtet schon Einschränkungen in anderen Einrichtungen – etwa Spitälern in Wien und Oberösterreich.

Personalnot betreffe nicht nur Spitäler, sondern den ganzen Sektor der Sozial- und Gesundheitsberufe, sagte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Rand einer Pressekonferenz in Wien. Das Problem hätten die europäischen Staaten insgesamt, die nun gemeinsam überlegen würden, die benötigten Arbeitskräfte in Drittländern zu rekrutieren. Denn „allein aus dem Arbeitskräftereservoir, das wir in Österreich oder das wir in Europa haben”, werde der Mangel nicht zu beheben sein. Die Steiermark sucht bereits Personal in Tunesien und Kolumbien, Niederösterreich bildet Pflegekräfte auf den Philipinen aus.

„De facto Vollbeschäftigung”

„Eigentlich leiden wir unter einem Personalmangel in allen Branchen” – das bestätigte auch Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP): „Wir haben Vollbeschäftigung de facto und wir haben eine Situation, dass wir einen flächendeckenden Arbeitskräftemangel haben, was dazu führt, dass die Branchen untereinander in Konkurrenz stehen und sich gegenseitig die Leute abwerben”, analysierte Rauch. Es sei klar, dass „Gesamteuropa aufgrund der Demografie der Mitgliedsstaaten ein Problem hat”.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL